Walmart kündigte am 21. Oktober 2026 Agent Profiles und den Walmart Agent Gateway an. Kundinnen und Kunden sollen für Einkäufe mit KI-Agenten einzelne Freigaben erteilen oder ein eigenes Ausgabenlimit festlegen können. Die Profile sollten im November starten, die Gateway-Betaphase zunächst mit Unternehmen und Entwicklern beginnen.

Die Sicherheitsfragen rund um Muse waren bereits Thema eines früheren NeoTeo-Berichts über den geplanten Start des KI-Agenten. Jetzt rückt eine andere Frage in den Vordergrund: Wer bestätigt den Kauf, und welche Informationen erhält der Agent?

Die wichtigsten Termine

DatumEntwicklung
3. April 2025Amazon kündigte Buy for Me als begrenzten Betatest für einen Teil der US-Kundschaft sowie ausgewählte Marken und Produkte an.
8. September 2026Meta stellte Muse laut einem Bericht vom September vor.
20. September 2026Ein Bericht meldete, Amazon habe Muse den Zugriff auf Amazon.com gesperrt; Nutzende sahen demnach einen Hinweis auf nicht autorisierten KI-Agentenzugriff.
21. Oktober 2026Walmart kündigte Agent Profiles, den Agent Gateway und Regeln für KI-Agenten an.

Welche Kaufkontrollen Walmart angekündigt hat

Walmart sieht für Agent Profiles zwei Möglichkeiten vor: Kundinnen und Kunden können jeden Einkauf einzeln genehmigen oder dem Agenten Käufe bis zu einem selbst gesetzten Limit erlauben. Als Beispiele nannte Walmart 50, 100 und 200 US-Dollar. Auch innerhalb eines Limits kann das Unternehmen zusätzliche Freigaben verlangen. Die Einkäufe der einzelnen Agenten sollen im Konto getrennt von den übrigen Bestellungen erscheinen.

Für den Gateway beschrieb Walmart einen begrenzten Datenzugriff. Ein Agent soll etwa übliche Produkte wie eine bestimmte Milchsorte finden können, ohne dafür die gesamte Einkaufshistorie zu erhalten. Zahlungsdaten der gespeicherten Karte soll er nicht bekommen; auch Zahlungsmethoden ändern oder hinzufügen soll er nicht können. Walmart erklärte außerdem, Agenten sollten dieselben Produktpreise wie menschliche Kundschaft auf Walmart.com sehen. Geltende Angebote und Gebühren würden vor dem Kauf angezeigt.

Diese Regeln und Schutzmaßnahmen gehörten zur Ankündigung vom 21. Oktober. Walmart plante den Start der Profile für den Folgemonat; der Gateway sollte zunächst in einer Betaphase für Unternehmen und Entwickler erprobt werden.

Ein einzelner Marketplace-Fall mit Muse

Der englischsprachige CBC-News-Beitrag zeigt Matt Robb im Gespräch; eingeblendete Facebook-Marketplace- und Chatansichten begleiten seinen Bericht.

In einem am 21. Oktober veröffentlichten Bericht schilderte Matt Robb einen Verkauf auf Facebook Marketplace. Nach Robbs Darstellung akzeptierte Muse den Preis eines Käufers und gab dessen Adresse weiter, ohne ihn vorher zu fragen. Der Agent habe dem Käufer außerdem gesagt, er könne sofort kommen. Robbs Bericht handelt von einem einzelnen Verkauf.

Wie Amazons Buy for Me einen Einkauf abwickelt

Buy for Me folgt einem anderen Ablauf: Die Kundschaft fordert Amazon auf, einen Artikel bei einem externen Marken-Shop zu bestellen, und bestätigt die Bestelldaten in der Amazon-App. Die Bestätigung umfasst unter anderem Lieferadresse, Steuern, Versandkosten und Zahlungsmethode. Anschließend übermittelt Amazon nach eigener Beschreibung verschlüsselte Angaben zu Name, Adresse und Zahlung an den Marken-Shop, der den Kauf abschließt.

Amazon beschrieb Buy for Me am 3. April 2025 als begrenzten Betatest für einen Teil der US-Kundschaft und eine kleine Auswahl an Marken und Produkten. Für die Lieferung, Rückgaben, Umtausch und den Kundenservice ist laut Amazon der jeweilige Marken-Shop zuständig.

BereichWalmart Agent Profiles und GatewayAmazon Buy for Me
BestätigungEinzelne Freigaben oder ein kundenseitig festgelegtes Ausgabenlimit; Walmart kann weitere Bestätigungen verlangen.Kundinnen und Kunden bestätigen die Bestelldaten in der Amazon-App.
DatenübergabeDer Agent soll nur auf für die Aufgabe nötige, erlaubte Informationen zugreifen. Zahlungsdaten und die vollständige Einkaufshistorie sollen ihm nicht übermittelt werden.Amazon übermittelt verschlüsselte Namens-, Adress- und Zahlungsdaten an den Marken-Shop.
AbwicklungWalmart erklärte, dass sein Rückgabeprozess auch gilt, wenn ein Agent nicht wie beabsichtigt handelt.Der Marken-Shop übernimmt Lieferung, Rückgaben, Umtausch und Kundenservice.
Angekündigter UmfangAgent Profiles waren für November 2026 geplant; die Gateway-Betaphase sollte mit Unternehmen und Entwicklern beginnen.Die Mitteilung vom April 2025 beschrieb einen begrenzten Betatest in den USA für einen Teil der Kundschaft sowie ausgewählte Marken und Produkte.

Bei Walmart ist der Zugang über ein eigenes Profil und eine Schnittstelle für ausgewählte Agenten geplant. In Amazons beschriebenem Ablauf bleibt der Bestellabschluss in der Amazon-App, während der Marken-Shop den Auftrag ausführt und betreut.

Warum Amazon Muse sperrte und wie Meta reagierte

Ein September-Bericht meldete, Amazon habe Muse von Amazon.com ausgeschlossen. Amazon begründete den Schritt damit, Muse habe keinen Zugang vereinbart, sich beim Besuch des Shops nicht als Agent ausgewiesen und scheine Zugangsdaten zu erfassen und zu speichern. Meta erwiderte laut demselben Bericht, Muse könne Passwörter und Zahlungsmethoden nicht einsehen; vom Nutzer bereitgestellte Zugangsdaten würden sicher gespeichert.