Am 22. September berichten mehrere Quellen über Hunderte geplante Entlassungen bei Xbox in derselben Woche. Zudem geht es um mögliche Zusammenlegungen, Fusionen oder interne Wechsel bei Xbox Game Studios, Bethesda, Activision und Blizzard. Microsoft hat diese Septembermaßnahmen nicht selbst angekündigt.

Die Meldungen folgen auf einen offiziell angekündigten Einschnitt vom 6. Juli: Xbox plante damals rund 3.200 Stellenstreichungen im Geschäftsjahr 2027, davon entfielen rund 1.600 Stellen sofort.

Xbox vor einer weiteren Entlassungswelle

Für die Woche ab dem 22. September werden Hunderte weitere betroffene Beschäftigte genannt. Die Berichte verbinden den Stellenabbau mit einer möglichen Neuordnung mehrerer Microsoft-Gaming-Strukturen. Dabei geht es um mögliche Zusammenlegungen, Fusionen oder Verschiebungen von Teams – nicht um eine bereits abgeschlossene Übernahme oder Studio-Schließung.

Xbox Game Studios, Bethesda, Activision und Blizzard werden in diesem Zusammenhang als betroffene Organisationsbereiche genannt. Einzelne Teams oder konkrete Studios werden für diese Septembermaßnahme nicht benannt. Auch die Beziehung der gemeldeten Stellen zu dem bereits angekündigten Gesamtplan von rund 3.200 Stellen bleibt offen.

Was Xbox im Juli offiziell ankündigte

Am 6. Juli 2026 kündigte Xbox rund 3.200 Stellenstreichungen über das Geschäftsjahr 2027 hinweg an. Rund 1.600 Stellen wurden nach dieser Ankündigung sofort gestrichen. Weitere Veränderungen sollten im Verlauf des Geschäftsjahres folgen.

Außerdem kündigte Xbox Veränderungen bei vier Studios an:

  • Compulsion Games und Double Fine Productions sollten unabhängig werden.
  • Ninja Theory und Undead Labs traten in Verhandlungen über einen Wechsel zu neuen Eigentümern ein.

Xbox erklärte zugleich, dass öffentlich angekündigte First-Party-Spiele und Projekte nicht Teil der Streichungen im Juli seien. Diese Aussage bezog sich auf die damals angekündigte Umstrukturierung.

DatumEreignis
6. Juli 2026Xbox kündigte rund 3.200 Stellenstreichungen im Geschäftsjahr 2027 und rund 1.600 sofortige Entlassungen an. Außerdem wurden Veränderungen bei vier Studios angekündigt.
22. September 2026Berichte nennen Hunderte geplante Entlassungen in derselben Woche sowie mögliche Zusammenlegungen innerhalb mehrerer Xbox-Strukturen.

Warum Xbox Kosten senken will

Xbox-Chefin Asha Sharma begründete den Juli-Umbau mit einer aus ihrer Sicht ungesunden Geschäftslage. Die Margen des Geschäfts seien drei- bis zehnmal niedriger als bei vergleichbaren Plattform- und Publishing-Unternehmen.

Als weitere Gründe nannte Xbox eine hohe Kostenstruktur, organisatorische Fragmentierung und ein langsameres Wachstum von Game Pass und der Veröffentlichung auf mehreren Plattformen. Auch der Druck auf das Hardwaregeschäft spielte in der Begründung eine Rolle.

Nach Angaben von Xbox waren die Plattformteams zu diesem Zeitpunkt 40 Prozent größer als zu Beginn der Konsolengeneration, während Spielerbasis und Spielzeit zurückgegangen seien. Die Zahl der Führungsebenen sollte in manchen Bereichen von bis zu 14 auf höchstens fünf, möglichst drei, sinken. Zudem plante Xbox, die Ausgaben für externe Dienstleister um 50 Prozent zu reduzieren.

Diese Maßnahmen sollen die Organisation vereinfachen und die Profitabilität verbessern. Sharma stellte für 2027 eine Rückkehr zum Wachstum in Aussicht.

Was sich für die Studios und Spiele verändert

Der Juli-Umbau betraf nicht nur Stellen. Mit Compulsion Games und Double Fine Productions sollten zwei Studios unabhängig werden. Ninja Theory und Undead Labs verhandelten über neue Eigentümer. Damit veränderte Xbox zugleich die Besitzstruktur mehrerer Entwickler.

Auf Studioebene wurden im Juli außerdem Stellenstreichungen bei ZeniMax Online Studios, id Software, Bethesda Game Studios und Obsidian dokumentiert. Bei id Software ging es um 136 Positionen. Für ZeniMax-bezogene Einrichtungen in Maryland wurden 213 Stellen genannt, für Obsidian in Kalifornien 52.

Für gewerkschaftlich vertretene Beschäftigte von ZeniMax beschrieb Microsoft eine Abfindung von bis zu 39 Wochen, sechs Monate vom Unternehmen bezahlte COBRA-Krankenversicherung und 16 Wochen Unterstützung bei der Jobsuche. Die Verhandlungen über die Folgen der Entlassungen liefen nach Unternehmensangaben weiter.

Die nächste von Xbox angekündigte organisatorische Veränderung ist damit klar umrissen: weniger Führungsebenen, geringere externe Ausgaben und eine andere Eigentümerstruktur für mehrere Studios. Die Septemberberichte setzen diesen Umbau mit möglichen weiteren Verschiebungen bei Xbox Game Studios, Bethesda, Activision und Blizzard fort.