NASA plant Artemis III für 2027 als 14-tägigen Flug mit vier Astronauten in niedriger Erdumlaufbahn. Dort soll Orion nacheinander mit Testversionen des Blue Moon Mark 2 von Blue Origin und des Starship Version 3 von SpaceX koppeln. Zusätzlich sind Gesundheits-, Biologie- und Beobachtungsversuche vorgesehen. Auf dem Mond landen die Astronauten bei Artemis III nicht. NASA beschreibt die geplanten Abläufe in ihrem Missionsplan für Artemis III.
Was Artemis III im Erdorbit erproben soll
Die Crew soll Rendezvous und Docking üben: Zuerst nähern sich die Raumfahrzeuge im Orbit an, anschließend koppeln sie. Das soll Abläufe und Technik für spätere bemannte Mondlandungen vorbereiten. Der frühere NeoTeo-Überblick zu Artemis IV ordnet das geplante Mondziel ein; Artemis III soll die dafür vorgesehenen Abläufe zunächst im Erdorbit erproben.
Für den Test plant NASA drei Raumfahrzeuge, die mit drei Raketen starten sollen: Blue Origin soll den Blue Moon Mark 2 mit New Glenn zuerst in den Orbit bringen. Orion soll einige Tage später mit dem Space Launch System (SLS) folgen, nachdem NASA die Einsatzbereitschaft des Blue-Moon-Testartikels geprüft hat. Das Starship-Testfahrzeug soll später starten.
Die Dockingtests haben unterschiedliche Schnittstellen
Orion soll zunächst an einem Anschluss neben der Kabine des Blue Moon Mark 2 koppeln. Nach den Arbeiten mit dem Blue-Moon-Testartikel soll Orion zum Starship Version 3 wechseln und sein vorderes Andocksystem mit der an der Starship-Nase montierten Schnittstelle verbinden.
NASA plant den späteren Starship-Start, weil Starship eine kürzere Verweildauer im Orbit hat als Blue Moon. Der Blue-Moon-Testartikel kann laut NASA bis zu 30 Tage im Orbit bleiben; die geplante Dauer der Artemis-III-Mission beträgt 14 Tage.
Nach dem Andocken sollen die Astronauten in den Blue-Moon-Testartikel einsteigen und dort etwa zwei Tage lang Kabine, Steuerung, Atmosphäre, Druck und Lebenserhaltung prüfen. Beim Starship-Test ist kein Einstieg der Crew vorgesehen. Das Andockmanöver soll bis zu zwei Stunden dauern. NASA will dabei unter anderem Steuerbarkeit, Kommunikation, integrierte Software sowie die Abläufe beim An- und Abdocken untersuchen.
Gesundheitschecks und Forschung ergänzen die Manöver
Nach dem Starship-Test plant NASA bis zu fünf weitere Tage für Orion-Tests. Dazu gehören Prüfungen der Raumanzüge und Andocksensoren, Messungen von Akustik und Temperatur sowie Untersuchungen zur Mensch-Maschine-Interaktion.
Ein geplanter Versuch soll erproben, wie Astronauten gesundheitsbezogene Untersuchungen durchführen können, wenn sie keinen direkten Kontakt zur Missionskontrolle haben. Außerdem sind ein zellbiologisches Experiment, Pflanzensamen an Bord und Beobachtungen der Erde und der Sonne vorgesehen.
Für künftige Mondproben will NASA Abläufe für Rücktransport, Annahme und Übergabe an Einrichtungen zur Aufbewahrung und wissenschaftlichen Aufarbeitung untersuchen. Auch mögliche Kontaminationsfragen für spätere Mondmissionen stehen dabei im Blick.
Das Mondziel folgt mit Artemis IV
Am 23. Oktober 2026 beschrieb NASA Artemis IV als erste Artemis-Mission mit einer Landung auf der Mondoberfläche und nannte 2028 als Zieljahr für die Rückkehr amerikanischer Astronauten. Die Artemis-III-Tests sollen dazu beitragen, das Risiko vor einer späteren bemannten Mondlandung zu verringern, so NASA in ihrem Bericht zur Artemis-Planung.