Nach einem Bericht von Infobae veröffentlichte Amazon am 27. Oktober 2026 ein Memo von Terk Terkowitz, das zuvor im September intern kursiert hatte. Der Vice President und Distinguished Engineer aus Amazons Stores-Sparte kritisiert darin laut Bericht Kennzahlen wie Tokenverbrauch, KI-Nutzung und Codeänderungen als unvollkommene Maßstäbe für die Arbeit von Ingenieuren. Für eine vorsichtige Analyse könnten sie dennoch nützlich sein.
Was Amazons Memo über KI-Kennzahlen aussagt
Die Zahl verbrauchter Tokens, die Nutzung von KI-Werkzeugen und die Menge an Codeänderungen erfassen zunächst Aktivitäten. Sie zeigen für sich genommen nicht, welchen Nutzen die Arbeit hat. Das Memo bezeichnet solche indirekten Kennzahlen laut Infobae als grundsätzlich fehlerhaft, weil sie nicht unmittelbar abbilden, worauf es ankommt.
Zugleich sollen die Kennzahlen mit wichtigen Ergebnissen korrelieren und helfen, Teams mit hoher oder niedriger KI-Nutzung genauer zu untersuchen. Das ist keine Aussage, dass viele Tokens automatisch produktive Arbeit bedeuten. Die Zahlen können auf Fragen hinweisen; sie ersetzen nicht die Bewertung des tatsächlichen Ergebnisses.
Die berichtete Position läuft daher weder auf ein Verbot von KI noch auf eine pauschale Ablehnung jeder Messung hinaus. Sie lässt eine vorsichtige diagnostische Nutzung der Kennzahlen zu.
Wenn KI bei einer Aufgabe nicht hilft
Das Memo soll auch anerkennen, dass heutige KI-Werkzeuge manche Aufgaben nicht verbessern. Ein solcher Befund sei ein Ergebnis und kein Versagen. Laut Infobae sollten Führungskräfte die Werkzeuge selbst bei realen Aufgaben einsetzen und benennen können, wo sie helfen und wo nicht.
Damit zählt auch die Entscheidung gegen den KI-Einsatz als mögliche Erkenntnis. Eine hohe Nutzungsquote allein sagt nicht, ob ein Werkzeug für eine konkrete Aufgabe sinnvoll ist.
Das frühere Wochenziel und die Leistungsbewertungen
Ein am 12. Mai 2026 bei Yahoo Finance veröffentlichter Bericht von Tom’s Hardware nennt ein früheres Ziel, nach dem mehr als 80 Prozent der Amazon-Entwickler jede Woche KI-Werkzeuge nutzen sollten. Der Bericht gibt außerdem Amazons Aussage wieder, Nutzungsstatistiken würden nicht in Leistungsbewertungen einfließen. Beschäftigte hätten hingegen geglaubt, dass Führungskräfte die Daten beobachteten.
Das sind zwei unterschiedliche Aussagen: Die eine beschreibt Amazons erklärte Regel zu Bewertungen, die andere die Wahrnehmung von Beschäftigten. Das im Mai veröffentlichte Ziel ist ein früherer Bericht, keine Aussage über ein gegenwärtiges Ziel.
Amazon Connect erfasst Kundenservice-Agenten
Die Kennzahlen von Amazon Connect betreffen einen anderen Einsatzbereich. AWS beschreibt für den Kundenservice unter anderem Interaktionen, die ein KI-Agent führt, Übergaben an Menschen, Gesprächsrunden und die durchschnittliche Bearbeitungszeit. Diese Größen erfassen den Betrieb von Kundenservice-Agenten, nicht die interne Nutzung von KI-Werkzeugen durch Amazon-Ingenieure. AWS beschreibt die Amazon-Connect-Analysen.