Eine am 22. September 2026 veröffentlichte Analyse bezifferte Microsofts Erlöse aus kommerziellen Vereinbarungen mit OpenAI im Geschäftsjahr 2026 auf 24,1 Milliarden US-Dollar. Zum 30. Juni 2026 schuldete OpenAI Microsoft demnach 6,0 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen geben der geschäftlichen Verflechtung beider Unternehmen eine konkrete Größenordnung.

Was die Zahlen für Microsoft und Azure bedeuten

Die berichteten Beträge beschreiben unterschiedliche Seiten der Geschäftsbeziehung: Einnahmen aus kommerziellen Vereinbarungen und einen offenen Betrag, den OpenAI Microsoft schuldete. Die 24,1 Milliarden US-Dollar stehen nicht ausschließlich für Azure-Nutzung. Eine Aufteilung zwischen Cloud-Diensten und Umsatzbeteiligungen ist nicht ausgewiesen.

KennzahlBetrag oder AnteilZeitraum und Bezugsgröße
Erlöse aus kommerziellen Vereinbarungen mit OpenAI24,1 Milliarden US-DollarMicrosoft-Geschäftsjahr 2026
Von OpenAI geschuldeter Betrag6,0 Milliarden US-DollarStand: 30. Juni 2026
OpenAI-bezogene Vereinbarungen im Verhältnis zum Azure-Umsatzrund ein ViertelSchätzung für das Geschäftsjahr 2026
OpenAI-Anteil an Microsofts Gesamtumsatzrund 7 ProzentSchätzung für das Geschäftsjahr 2026

Azure erzielte im Geschäftsjahr 2026 Berichten zufolge mehr als 100 Milliarden US-Dollar Umsatz und wuchs gegenüber dem Vorjahr um 41 Prozent. Microsofts Gesamtumsatz lag in diesem Zeitraum bei 331,8 Milliarden US-Dollar. Die Größenordnungen zeigen, warum OpenAIs Ausgaben für Azure für Microsoft relevant sind, ohne dass die Schätzung von rund einem Viertel eine von Microsoft veröffentlichte Kennzahl wäre.

Azure, Beteiligung und langfristige Vereinbarungen

Die Beziehung umfasst mehr als Cloud-Dienste. Microsoft erklärte im Oktober 2025, dass seine Beteiligung an OpenAI Group PBC nach der Neuordnung bei rund 27 Prozent liege und damals mit etwa 135 Milliarden US-Dollar bewertet werde. Microsoft behält demnach unter den vereinbarten Bedingungen bis 2032 eine exklusive Lizenz an OpenAI-Technologien.

Microsoft zufolge verpflichtete sich OpenAI außerdem, zusätzliche Azure-Dienste im Wert von 250 Milliarden US-Dollar zu beziehen. Das ist eine Zusage zum Kauf von Diensten, keine bereits verbuchte Einnahme. Für bestimmte Produkte und Dienste kann OpenAI auch andere Cloud-Anbieter nutzen; für Azure-APIs gelten eigene Bestimmungen.

Microsoft baut eigene KI-Modelle auf

Microsofts Bindung an OpenAI bedeutet nicht, dass das Unternehmen ausschließlich auf OpenAI-Modelle setzt. Im April 2026 wurde berichtet, dass Microsoft eigene MAI-Modelle über Foundry anbietet. Dazu zählen MAI-Transcribe-1, MAI-Voice-1 und MAI-Image-2. Zugleich bleiben OpenAI-Technologien Teil der Geschäftsbeziehung.

Was die Konzentration für das weitere Wachstum bedeutet

Microsofts verbleibende Leistungsverpflichtungen aus kommerziellen Verträgen beliefen sich im Geschäftsjahr 2026 Berichten zufolge auf 678 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 84 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Verpflichtungen umfassen künftige Leistungen, deren Umsatz noch nicht erfasst wurde. Ohne OpenAI wuchs dieser Auftragsbestand laut Microsoft-Finanzchefin Amy Hood um 25 Prozent.

Damit hängt ein Teil von Azure-Wachstum und Auftragsbestand an OpenAIs fortgesetzten Ausgaben. Sollte OpenAI seine Ausgaben drosseln, könnte das Microsofts Azure-Wachstum und die Entwicklung des Auftragsbestands bremsen.