Am 19. Oktober 2026 berichtete Tom’s Hardware unter Berufung auf Bloomberg, Bulk Infrastructure suche für das geplante Leif-Erikson-Kabel einen kanadischen Mehrheitspartner, der beim Bau und bei der Finanzierung helfen soll. Die Financial Post berichtet ebenfalls über die Partnersuche und beziffert die geschätzten Baukosten auf mehr als 620 Millionen US-Dollar. Das Vorhaben soll Norwegen über eine Unterseekabelverbindung mit Atlantik-Kanada und anschließend über eine Landtrasse mit Montreal verbinden.
Eine zusätzliche Route über den Atlantik
Bulk Infrastructure beschreibt Leif Erikson als geplante Verbindung zwischen den nordischen Ländern und Atlantik-Kanada. Bulk Fiber Networks soll das System bauen und betreiben. Vorgesehen ist eine Unterseestrecke von Südnorwegen nach Happy Valley–Goose Bay; von dort soll eine terrestrische Glasfasertrasse durch Québec nach Montreal führen. Bulk Infrastructure führt eine größere geografische Routenvielfalt als Projektziel an. Eine zusätzliche Verbindung könnte Netzbetreibern damit eine weitere transatlantische Route bieten.
Für die geplante Verbindung nennt Bulk erwartete Round-Trip-Zeiten, also Laufzeiten für Hin- und Rückweg: 46 Millisekunden zwischen dem N01 Campus in Kristiansand und Happy Valley–Goose Bay sowie 65 Millisekunden bis Montreal. Bulk beschreibt außerdem IRU-Verträge, langfristige Mietverträge für Glasfaserpaare und Spektrumdienste als vorgesehene Angebote. Die Abkürzung IRU steht für ein langfristiges Nutzungsrecht an einem Glasfaserpaar. Als weiteres Designziel nennt Bulk eine Versorgung mit 100 Prozent erneuerbarer Energie.
Machbarkeitsstudie und Ausschreibung
Die Projektplanung reicht mehrere Jahre zurück. Laut WFN Strategies lief die von Bulk beauftragte Machbarkeitsstudie von September 2021 bis Oktober 2022. WFN erstellte dabei Empfehlungen zur Trasse, eine Gefahrenkartierung, Kostenanalysen und Vorschläge zur Integration von Nachhaltigkeitsaspekten. Die Studie bildete laut WFN die Grundlage für ein Ausschreibungsverfahren, das Ende 2022 begann.
Finanzierung, Zusagen und Zeitplan
Für den nächsten Schritt sind neben dem gesuchten Mehrheitspartner weitere wirtschaftliche und planerische Voraussetzungen relevant. Der Financial Post zufolge hätten Anbieter bereits zugesagt; Finanzierung und verbindliche Kundenzusagen seien weiterhin erforderlich. Für den Abschnitt an Land nennt der Bericht zudem Genehmigungen und die Unterstützung indigener Gemeinschaften als wichtige Voraussetzungen. Weitere, von Kanada und der EU unterstützte Studien sollen der Routenplanung dienen. Die Finanzierungsfrage gehört damit zum wirtschaftlichen Kern des Vorhabens; NTV88 behandelt weitere Finanzthemen wie Zinsen und Geldanlage.
Bulk nennt 2026 als erwartetes Jahr der Betriebsbereitschaft und koppelt den Zeitplan zugleich an die Formel „Contract in Force (CIF) + 3 years“. CIF bezeichnet den Zeitpunkt, an dem ein Vertrag in Kraft tritt. Nach Bulk liegt die erwartete Betriebsbereitschaft demnach drei Jahre nach diesem vertraglichen Startpunkt.