Comcast meldete am 22. Oktober für das am 30. September beendete dritte Quartal einen Umsatz von 29,298 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 3,448 Milliarden US-Dollar. In den USA verlor der Konzern netto 144.000 private Breitbandkunden. Beim Umsatz und beim bereinigten EBITDA unterscheiden sich die Vorjahresvergleiche je nachdem, ob sie berichtet oder pro forma berechnet werden.

Umsatz und Ergebnis je Aktie hängen von der Vergleichsbasis ab

Im ausgewiesenen Vergleich sank Comcasts Umsatz gegenüber dem dritten Quartal 2025 um 6,1 Prozent auf 29,298 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA, eine von Comcast definierte Kennzahl außerhalb der US-Rechnungslegungsstandards GAAP, ging um 5,8 Prozent auf 9,106 Milliarden US-Dollar zurück.

Für den Pro-forma-Vergleich passte Comcast das Vorjahresquartal an die inzwischen abgeschlossene Abspaltung von Versant und den Verkauf der deutschen Sky-Aktivitäten an. Auf dieser Basis stieg der Umsatz um 0,5 Prozent, das bereinigte EBITDA um 0,8 Prozent. Die aktuellen Werte für Q3 2026 bleiben dabei dieselben; verändert wird die Vergleichsbasis des Vorjahres. Comcast kennzeichnet die Pro-forma-Werte als Nicht-GAAP-Kennzahlen und weist darauf hin, dass sie nicht zwangsläufig auf künftige Ergebnisse schließen lassen.

KennzahlQ3 2026Berichtetes Q3 2025Pro-forma-Vergleich Q3 2025
Umsatz29,298 Mrd. US-Dollar31,198 Mrd. US-Dollar, −6,1 %29,151 Mrd. US-Dollar, +0,5 %
Bereinigtes EBITDA9,106 Mrd. US-Dollar9,669 Mrd. US-Dollar, −5,8 %9,038 Mrd. US-Dollar, +0,8 %

Auch die Angaben je Aktie zeigen unterschiedliche Entwicklungen: Der verwässerte GAAP-Gewinn je Aktie stieg im Jahresvergleich um 7,2 Prozent auf 0,97 US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank dagegen um 4,0 Prozent auf 1,07 US-Dollar. Der Nettogewinn, der Comcast zuzurechnen ist, nahm um 3,5 Prozent auf 3,448 Milliarden US-Dollar zu.

Breitband und Video verlieren Kunden, Mobilfunk gewinnt Leitungen

Comcast zählte zum Quartalsende 28,343 Millionen private Breitbandkunden in den USA. Der Nettoverlust von 144.000 Kunden fiel höher aus als im Vorjahresquartal, als Comcast 91.000 Kunden netto verlor. Der Nettoverlust beim US-Videodienst stieg von 257.000 auf 274.000; zum Quartalsende zählte Comcast dort 10,394 Millionen Kunden.

US-DienstNettoveränderung Q3 2026Nettoveränderung Q3 2025Bestand Ende Q3 2026
Privater Breitbanddienst−144.000 Kunden−91.000 Kunden28,343 Mio. Kunden
Videodienst−274.000 Kunden−257.000 Kunden10,394 Mio. Kunden
Mobilfunk+368.000 Leitungen+414.000 Leitungen10,555 Mio. Leitungen

Die Mobilfunkwerte zählen Leitungen beziehungsweise Geräte, nicht einzelne Kunden; ein Kundenverhältnis kann mehrere Leitungen umfassen. Comcasts US-Umsatz mit Breitband sank um 4,7 Prozent auf 6,241 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen führte den Rückgang sowohl auf niedrigere Durchschnittspreise als auch auf weniger Breitbandkunden zurück. Der Umsatz mit US-Mobilfunkdiensten stieg hingegen um 14,7 Prozent auf 1,050 Milliarden US-Dollar. Comcast verwies dabei auf die wachsende Kundenbasis und darauf, dass zuvor kostenlose Aktionsleitungen in kostenpflichtige Verträge übergingen.

Peacock wächst, während die Sparten unterschiedliche Ergebnisse melden

Peacock erzielte im Quartal 1,8 Milliarden US-Dollar Umsatz und 261 Millionen US-Dollar bereinigtes EBITDA. Der Streamingdienst hatte 48 Millionen zahlende Abonnenten, 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Comcast bezeichnete das Quartal als Peacocks zweites aufeinanderfolgendes profitables Quartal.

Der Bereich Content & Experiences steigerte seinen Umsatz um 6,5 Prozent auf 10,537 Milliarden US-Dollar und sein bereinigtes EBITDA um 29,3 Prozent auf 1,8 Milliarden US-Dollar. Zum Umsatz von Media trug die FIFA-Weltmeisterschaft laut Comcast zusätzlich 224 Millionen US-Dollar bei. Ohne diesen Betrag stieg der Media-Umsatz um 8,3 Prozent. Auch die Studios meldeten ein höheres bereinigtes EBITDA: Es wuchs um 18,6 Prozent auf 402 Millionen US-Dollar. Bei den Theme Parks fiel der Umsatz dagegen um 4,4 Prozent auf 2,597 Milliarden US-Dollar und das bereinigte EBITDA um 17,1 Prozent auf 780 Millionen US-Dollar.

Wettbewerb, Umbau und KI im Kundenservice

Comcast-Co-CEO Mike Cavanagh beschrieb den Wettbewerb durch Festnetzfunk als aggressiv und den Glasfaserausbau als weiterhin hoch. Finanzchef Jason S. Armstrong verwies auf Glasfaserangebote von 30 bis 40 US-Dollar pro Monat in einzelnen US-Märkten. Die Kosten für den Glasfaserausbau bezifferte er auf mindestens 1.500 US-Dollar je Haushalt und bewertete die Preisgestaltung als irrational. Diese Zahlen und diese Einschätzung gab Armstrong als Sichtweise des Unternehmens wieder.

Comcast-Finanzchef Jason S. Armstrong sagte am 22. Oktober, ein umfassender organisatorischer und kostenbezogener Umbau werde im vierten Quartal 2026 voraussichtlich eine Belastung von mehr als einer Milliarde US-Dollar auslösen. Bloomberg berichtete am 21. Oktober über geplante erhebliche Stellenkürzungen im Kabelgeschäft.

Armstrong berichtete außerdem, Comcast habe die Kontaktquote beim Kundenservice um rund 20 Prozent gesenkt und im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als 30 Millionen Servicekontakte eingespart. Er beschrieb auch den Ausbau von KI-Anwendungen für den Kundenservice mit Sierra und Cresta.