Die frühen Community-Mod-Tests zeichnen ein klares Bild: DLSS 5 kann die Leistungsaufnahme einer GeForce RTX 5090 unter hoher Raytracing- oder Pathtracing-Last massiv erhöhen. Auf einer MSI RTX 5090 Lightning Z stieg die Messung in Hogwarts Legacy von 480 auf 720 Watt. Gleichzeitig bleibt die Behauptung, DLSS 5 habe einen 16-Pin-Anschluss zum Schmelzen gebracht, unbestätigt.

Das ist der entscheidende Unterschied: Die hohen Messwerte sind konkrete Ergebnisse unter festgelegten Bedingungen. Der Zusammenhang mit dem gemeldeten Hardware-Schaden ist dagegen eine offene Kausalbehauptung.

Warum DLSS 5 die RTX 5090 an ihre Leistungsgrenzen bringt

DLSS 5 Neural Rendering erzeugt das endgültige Bild mithilfe eines neuronalen Modells. In den frühen Tests lief diese Verarbeitung über OptiScaler, also einen Community-Einspeisepfad – nicht über NVIDIAs offizielle Streamline-Integration. Die Messwerte beschreiben deshalb genau diesen Testpfad und lassen sich nicht pauschal auf jede RTX 5090, jedes Spiel oder jede offizielle Implementierung übertragen.

Getestet wurde mit 4K-Ausgabe, DLSS Performance und maximalen Grafikeinstellungen. Je nach Spiel kam maximales Raytracing oder Pathtracing zum Einsatz; Frame Generation blieb deaktiviert. NVIDIAs Referenzangabe von 575 Watt Total Graphics Power ist dabei eine Spezifikation der GeForce RTX 5090. Sie ist nicht dasselbe wie eine konkrete Messung der Grafikkartenleistung im Spiel und schon gar nicht die Leistungsaufnahme des gesamten PCs.

NVIDIA führt auf der RTX-5090-Produktseite außerdem unterschiedliche DLSS-Bezeichnungen: In einem Vergleichsbereich erscheint DLSS 5, während die ausführliche Spezifikation DLSS 4 und die zugehörigen Funktionen nennt. Für die hier betrachteten Messungen ist ohnehin der konkrete OptiScaler-Testpfad maßgeblich.

Die Messwerte aus Hogwarts Legacy, Cyberpunk 2077 und Control

Die stärkste Veränderung zeigte die MSI RTX 5090 Lightning Z in Hogwarts Legacy: 480 Watt ohne DLSS 5 gegenüber 720 Watt mit DLSS 5. Das entspricht einem Plus von 240 Watt beziehungsweise 50 Prozent.

In Cyberpunk 2077 stieg die Lightning Z von 580 auf 723 Watt. Bei der RTX 5090 Founders Edition ging es unter denselben grundlegenden Testbedingungen von 482 auf 551 Watt. In Control erreichte die Lightning Z 802 Watt, nachdem sie ohne DLSS 5 bei 691 Watt gelegen hatte.

Spiel und GrafikkarteDLSS 5 ausDLSS 5 anÄnderungTestbedingungen
Hogwarts Legacy – MSI RTX 5090 Lightning Z480 W720 W+240 W / +50,0 %4K-Ausgabe, DLSS Performance, maximale Einstellungen, maximales Raytracing
Hogwarts Legacy – RTX 5090 Founders Edition417 W547 W+130 W / +31,2 %4K-Ausgabe, DLSS Performance, maximale Einstellungen, maximales Raytracing
Cyberpunk 2077 – MSI RTX 5090 Lightning Z580 W723 W+143 W / +24,7 %4K-Ausgabe, DLSS Performance, maximale Einstellungen, Pathtracing, keine Frame Generation
Cyberpunk 2077 – RTX 5090 Founders Edition482 W551 W+69 W / +14,3 %4K-Ausgabe, DLSS Performance, maximale Einstellungen, Pathtracing, keine Frame Generation
Control – MSI RTX 5090 Lightning Z691 W802 W+111 W / +16,1 %4K-Ausgabe, DLSS Performance, maximale Einstellungen, maximales Raytracing, kein MSAA

Auch die Bildrate litt in der kleinen Testreihe: Die Community-Implementierung reduzierte die Leistung je nach Test um 39 bis 49 Prozent. Mehr Rechenarbeit und weniger Bilder pro Sekunde sind hier keine Gegensätze – das neuronale Nachbearbeiten beansprucht zusätzliche GPU-Ressourcen, während die übrige Renderlast weiterläuft.

Der geschmolzene 16-Pin-Anschluss: Bericht, nicht Beweis

Ein Nutzer berichtete von einer MSI RTX 5090 Gaming Trio OC, die während eines DLSS-5-Tests in NBA 2K27 konstant mehr als 610 Watt gezogen habe. Zuvor habe die Karte beim Spielen ungefähr 450 Watt erreicht. Danach sei das System instabil geworden; am 16-Pin-Anschluss wurden mindestens fünf verschmorte Kontakte und ein geschmolzenes Stück des Gehäuses beschrieben.

Das macht den Vorfall zu einem relevanten Warnsignal für die Stromversorgung, aber nicht zu einem Beweis für die Ursache. Dass DLSS 5 den Anschluss beschädigt hat, ist nicht bestätigt. Ein hoher Messwert, eine zeitliche Abfolge und ein sichtbarer Schaden reichen nicht aus, um daraus allein einen eindeutigen Mechanismus abzuleiten.

Wichtig ist zudem die Terminologie: Der 12V-2x6-Anschluss ist eine 16-polige Schnittstelle. Die dort transportierte Leistung ist nicht automatisch mit der offiziellen Total Graphics Power der GPU oder mit der gesamten PC-Leistungsaufnahme gleichzusetzen.

Was TecLab mit drei 8-Pin-Steckern tatsächlich gebaut hat

DLSS 5 treibt die Leistungsaufnahme der RTX 5090 hoch

TecLab entfernte bei einer Galax RTX 5090D HOF OC LAB XOC die ursprünglichen Anschlüsse, verlötete drei 8-Pin-Stecker direkt mit den Spannungsreglern, verdrahtete die Sense-Leitungen neu und setzte Flüssigkühlung ein. Das umgebaute Board erreichte laut dem berichteten Experiment bis zu 900 Watt, mehr als 120 Ampere und 3.400 MHz.

Die Aufnahme an dieser Stelle zeigt die physische Anordnung des umgebauten Boards und die drei nebeneinanderliegenden Stromanschlüsse. Sie belegt weder die genannten Messwerte noch die Sicherheit oder Eignung der Konstruktion für eine normale Grafikkarte.

Das Experiment verändert die Platine selbst – nicht bloß das Kabel am Netzteil. Genau deshalb taugt es nicht als gewöhnliche Aufrüstungs- oder Reparaturlösung für eine GeForce RTX 5090.

SetupVeränderungBeobachtetes ErgebnisPraktische Einschränkung
RTX 5090 Founders EditionReferenzdesign mit 575 W Total Graphics PowerIn den Tests stieß die Karte in Control wiederholt an ihr 575-W-LimitReferenzwert und Messlimit beschreiben nicht die gesamte PC-Leistung
MSI RTX 5090 Lightning ZZwei 12V-2x6-Anschlüsse und ein Extreme-vBIOS mit 1.000-W-LeistungsgrenzeBis zu 802 W in Control und 720 W in Hogwarts Legacy mit DLSS 5Die Werte stammen aus einem speziellen Hochleistungstest und sind kein allgemeiner Zielwert
Galax RTX 5090D HOF OC LAB XOC von TecLabBoard-Level-Umbau auf drei 8-Pin-Anschlüsse, neue Sense-Verdrahtung und FlüssigkühlungBerichtetes Experiment mit bis zu 900 W und 3.400 MHzStark veränderte Hardware; nicht als normale RTX-5090-Konfiguration einzuordnen
MGPU-Bridge-DemonstrationZwei RTX 5060 Ti teilen Render- und neuronale Nachbearbeitung aufDie neuronale Verarbeitung wird auf eine zweite GPU ausgelagertInoffizielles Setup mit zweitem Display und zusätzlicher Display-Latenz

Eine zweite GPU kann die neuronale Arbeit verschieben – aber das bleibt ein Experiment

Eine separate MGPU-Bridge-Demonstration teilte die Aufgaben auf zwei RTX 5060 Ti auf: Eine GPU rendert das Spiel, die andere übernimmt die neuronale Nachbearbeitung des fertigen Bildes. Das zeigt, warum sich die zusätzliche Arbeit technisch auslagern lässt.

Für eine normale RTX 5090 ist daraus aber keine notwendige Zwei-GPU-Konfiguration abzuleiten. Die üblichen Messungen liefen mit einer einzelnen Karte. Das zweite-GPU-Setup war eine inoffizielle technische Demonstration und brachte neben dem zusätzlichen Gerät ein zweites Display sowie mehr Display-Latenz mit.

Das nüchterne Fazit für RTX-5090-Besitzer

DLSS 5 kann unter den getesteten Community-Mod-Bedingungen deutlich mehr Leistung aus einer RTX 5090 ziehen. Die belastbarsten Zahlen sind die 480-zu-720-W-Messung der MSI RTX 5090 Lightning Z in Hogwarts Legacy, 580 zu 723 Watt in Cyberpunk 2077 und 691 zu 802 Watt in Control.

Was daraus nicht folgt: dass jede RTX 5090 so viel verbraucht, dass jede offizielle DLSS-5-Integration identisch arbeitet oder dass DLSS 5 den gemeldeten geschmolzenen Anschluss verursacht hat. Dafür sind die Testbedingungen zu spezifisch und der einzelne Schadensfall kausal nicht geklärt.

Die praktische Lehre ist deshalb weniger spektakulär, aber nützlicher: Bei DLSS 5 müssen Grafikkarte, Spiel, BIOS, Leistungsgrenze und Einspeisepfad gemeinsam betrachtet werden. Die extremen 802- und 900-W-Werte gehören zu klar umrissenen Experimenten – nicht zu einem neuen normalen Betriebszustand der GeForce RTX 5090.