In den letzten Tagen gingen drei Bilder viral, die sich blitzschnell verbreiteten. Sie zeigen den Lehrer Richard Appiah Akoto, wie er seine Schüler auf eine Prüfung in Informationstechnologie und Kommunikation (ITK) vorbereitet, die unter anderem einen Abschnitt über Textverarbeitung umfasst. Doch das Beeindruckendste: Auf den Bildern ist kein einziger Computer zu sehen – der Lehrer zeichnet die Oberfläche von Word an die Tafel.
In einer Welt, die vom ständigen Verschleiß durch geplante Obsoleszenz und ihre schrecklichen Folgen für die Umwelt geprägt ist, macht es frustriert (und ein wenig wütend) zu wissen, dass es tausende Institutionen auf der Welt gibt, die nicht einmal über die grundlegenden Ressourcen verfügen, um Informatik ordentlich zu unterrichten. Damit meine ich auch Strom und Konnektivität. Doch anstatt sich endlos über diese Mängel zu beschweren, passen sich manche Menschen einfach an – sie tun, was sie mit dem können, was sie haben. Einer dieser Menschen ist der ghanaische Lehrer Richard Appiah Akoto, der an der «Betenase M/A Junior High School» in Sekyedumase unterrichtet, zweieinhalb Stunden von Kumasi entfernt.
Wie auf diesen Fotos zu sehen ist, erfordert der ITK-Unterricht, dass der Lehrer die Oberflächen der Programme zeichnet, die er seinen Schülern erklären muss, einfach weil die Schule seit 2011 keine Computer besitzt. Die Schüler sind 14 und 15 Jahre alt und müssen eine landesweite Prüfung ablegen, die ihnen den Zugang zur Sekundarstufe II ermöglicht; Informatik ist eines der Themen. Der Lehrer gab zu, dass er nicht zum ersten Mal die Oberfläche zeichnet und dass er die Bilder nur geteilt hat, weil er gerne Fotos auf Facebook veröffentlicht.
Nachdem mehrere Prominente die Verbreitung der Bilder des Lehrers unterstützt hatten, versprach Microsoft Africa, ihm ein Gerät zu schicken und ihm Zugang zum MCE-Programm zu gewähren.
Doch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Lehrer besitzt zwar ein persönliches Laptop, aber er kann es im Unterricht nicht verwenden, weil der offizielle Lehrplan auf Desktop-Computern basiert – inklusive dem Anschließen der Teile und dem ordnungsgemäßen Starten (ein Laptop hingegen reduziert sich auf das Drücken eines Knopfes). Mit anderen Worten: Die schriftliche Prüfung verlangt, dass die Schüler den Lehrplan auswendig lernen, ohne echte Erfahrung am Computer.
Wir brauchen, dass Fälle wie der von Lehrer Akoto häufiger gesehen werden und nicht im Post-Viral-Dämmer verloren gehen.