Ein Community-Mod führte DLSS Multi Frame Generation 4X in Cyberpunk 2077 auf getesteten GeForce RTX 4090 bis RTX 4070 aus. Das Ergebnis ist technisch bemerkenswert, aber kein offizielles NVIDIA-Update: NVIDIA führt Multi Frame Generation als Funktion der GeForce RTX 50-series, während der RTX-40-Pfad auf einer inoffiziellen Softwarelösung beruht.

Ein Mod bringt MFG 4X auf getestete RTX-40-Karten

Die kurze Antwort lautet: Ja, MFG 4X lief in diesem Test auf den geprüften RTX-40-Karten – aber nur innerhalb dieses konkreten Setups. Die Beobachtung gilt für Cyberpunk 2077 und den Bereich von RTX 4090 bis RTX 4070. Daraus folgt weder eine allgemeine Zusage für jede RTX-40-Karte noch für andere Spiele.

RTX40MFG-Unlock ist ein Community-Projekt, das höhere MFG-Multiplikatoren auf kompatibler Hardware zugänglich macht. Die Funktion erzeugt zusätzliche Zwischenbilder, damit Bewegungen flüssiger wirken. Das kann den sichtbaren Bildfluss verbessern, ersetzt aber keine niedrige Eingabelatenz. Genau dort wird es interessant – und kompliziert.

Testbedingungen: Spiel, Auflösung und DLSS-Modus

Getestet wurde Cyberpunk 2077 mit maximalen Rastergrafikeinstellungen, Pathtracing, DLSS Super Resolution, Ray Reconstruction und MFG 4X. Die drei Auflösungen liefen jeweils mit einem anderen DLSS-Modus:

AusgabeauflösungDLSS-ModusSpiel und RenderlastGPU-UmfangZu interpretierende Messgröße
1920×1080BalancedCyberpunk 2077 mit maximalen Rastereinstellungen, Pathtracing, Ray Reconstruction und MFG 4XGeForce RTX 4090 bis RTX 4070Wahrgenommene Bewegungsflüssigkeit und durchschnittliche Eingabelatenz
2560×1440PerformanceCyberpunk 2077 mit maximalen Rastereinstellungen, Pathtracing, Ray Reconstruction und MFG 4XGeForce RTX 4090 bis RTX 4070Eingabelatenz unter höherer Ausgabeauflösung
3840×2160Ultra PerformanceCyberpunk 2077 mit maximalen Rastereinstellungen, Pathtracing, Ray Reconstruction und MFG 4XGeForce RTX 4090 bis RTX 4070Eingabelatenz und Verhalten bei 4K-Ausgabe

Die Auflösung allein erzählt dabei nur die halbe Geschichte. DLSS Performance bei 2560×1440 und DLSS Ultra Performance bei 4K nutzen dieselbe interne Renderauflösung von 1280×720, obwohl sich die Ausgabeauflösung unterscheidet. Wer nur den FPS-Zähler betrachtet, übersieht deshalb den entscheidenden Punkt: Wie schnell reagiert das Spiel tatsächlich auf Eingaben?

Warum Latenz wichtiger ist als reine FPS

Als praktische Orientierung nutzte der Test ungefähr 60 ms durchschnittliche Eingabelatenz. Das ist kein allgemeingültiger Grenzwert, sondern ein Kriterium für das betrachtete AAA-Einzelspielerszenario.

Bei 1080p blieb jede getestete Karte mit MFG 4X allein unter dieser Marke. Bei 2560×1440 lagen die Werte der getesteten Ada-Karten näher an der Grenze: Die RTX 4090 kam im ausgewiesenen MFG-4X-Szenario auf 45,8 ms, die RTX 4070 auf 71,1 ms. Die RTX 4070 Super lag bei 62,0 ms. Damit war die Latenz in diesem Modus nicht gleichmäßig über die Karten verteilt.

Die Kombination mit dem inoffiziellen DLSS-5-Mod veränderte das Bild zusätzlich: Unter 2560×1440 stieg die Latenz bei den getesteten Ada-Karten über 60 ms – mit Ausnahme der RTX 4090 unter den genannten Bedingungen. MFG 4X macht ein Spiel also nicht automatisch reaktionsschnell. GPU, Auflösung, DLSS-Modus und die Softwarekombination bleiben entscheidend.

Bei 4K mit DLSS Ultra Performance trat kein allgemeines Latenzproblem durch MFG 4X allein auf; die RTX 4070 lag jedoch nahe an der genannten Orientierung. Bei den meisten Ada-Karten war die Latenz dort sogar niedriger als bei 2560×1440. Dieses Ergebnis war ungewöhnlich, aber reproduzierbar. Eine Ursache wurde dafür nicht angegeben.

Artefakte, 1440p-Ausreißer und Absturz

Der wichtigste sichtbare Nachteil von MFG 4X und höheren Multiplikatoren waren Artefakte am unteren Bildrand. Sie erschienen im Test auf Ada-Karten und störten damit genau den Bildeindruck, den die zusätzliche Zwischenbildberechnung verbessern soll. Flüssigere Bewegung ist schön – solange der untere Bildrand nicht anfängt, sein eigenes kleines Kunstprojekt zu veranstalten.

Hinzu kam der reproduzierbare Latenzausreißer bei 2560×1440. Er zeigt, warum generierte Bilder und Eingabereaktion getrennt bewertet werden müssen: Ein höherer oder flüssiger wirkender Bildfluss garantiert keine entsprechend direkte Steuerung.

Eine neuere ReShade-freie Version des Mods ließ Cyberpunk 2077 während des Tests abstürzen und wurde deshalb nicht vermessen. Das beschreibt diesen getesteten Lauf; es ist keine Aussage, dass jede Version des Projekts auf dieselbe Weise scheitert. Für die Nutzung bleibt aber klar: Ein Community-Mod ist kein gleichwertiger Ersatz für eine validierte, offiziell unterstützte Implementierung.

Inoffizieller Mod gegenüber offizieller RTX-50-Unterstützung

Offizielle Einordnung von DLSS Multi Frame Generation für GeForce RTX 50-series

NVIDIA positioniert Multi Frame Generation offiziell für GeForce RTX 50-series. Das offizielle Video zeigt diese Herstellerposition und die vorgesehene Einordnung der Funktion; es ist Werbe- und Erklärmaterial, kein unabhängiger Leistungsnachweis für den RTX-40-Mod.

PfadHardwarebereichSoftwarestatusGetesteter UmfangBeobachtetes VerhaltenWichtigste Einschränkung
RTX 40 mit RTX40MFG-UnlockGeForce RTX 4090 bis RTX 4070 im beschriebenen TestInoffizieller Community-ModCyberpunk 2077, MFG 4X, 1080p, 2560×1440 und 4KFlüssigere wahrgenommene Bewegung; Latenz abhängig von GPU und Auflösung; Artefakte am unteren BildrandKeine offizielle NVIDIA-Unterstützung; Abstürze, Freezes, schwarze Bildschirme und weitere Artefakte sind möglich
Offizieller RTX-50-PfadGeForce RTX 50-seriesVon NVIDIA offiziell vorgesehene UnterstützungMulti Frame Generation als Bestandteil der DLSS-FunktionenVom Hersteller als RTX-50-Funktion positioniertDas ist nicht derselbe Softwarepfad wie der getestete RTX-40-Mod

Die Trennlinie ist damit eindeutig: Der Mod zeigt, dass MFG 4X auf den geprüften Karten in einem konkreten Spiel funktionieren kann. Er macht daraus aber keine offizielle RTX-40-Funktion und keine universelle Kompatibilitätszusage.

Fazit: eine interessante Erweiterung, keine Garantie

RTX40MFG-Unlock ist ein spannendes Beispiel dafür, wie Community-Software eine von NVIDIA für RTX 50-series positionierte Funktion auf getestete RTX-40-Karten bringen kann. In Cyberpunk 2077 lief MFG 4X auf GeForce RTX 4090 bis RTX 4070, doch die praktische Qualität hing stark von Auflösung, DLSS-Modus und GPU ab.

Für die Einordnung zählen deshalb drei Dinge: Die Funktion ist inoffiziell, die Latenz bleibt konfigurationsabhängig und Bildfehler sowie Abstürze gehören zum beobachteten Risikoprofil. Wer nur mehr Zwischenbilder sehen möchte, bekommt einen faszinierenden technischen Versuch. Wer eine verlässlich validierte Lösung erwartet, findet diese Eigenschaft beim getesteten RTX-40-Mod gerade nicht.