Amazon soll Meta Muse den Zugriff auf Amazon.com gesperrt haben. Zugleich schildert ein einzelner Testbericht eine abgeschlossene Reservierung bei Resy über den Agenten – nach Eingabe einer Telefonnummer und eines Bestätigungscodes.

Was Muse laut Meta erledigen kann

Meta stellte Muse am 8. September 2026 als persönlichen KI-Agenten vor. Laut Unternehmen kann Muse einen Browser öffnen, Formulare ausfüllen, Reisen buchen, E-Mails versenden und im Auftrag des Nutzers verhandeln. Für sensible Schritte wie das Versenden von E-Mails oder einen Kauf soll der Agent eine Freigabe einholen.

Meta beschreibt Muse damit als Software, die mehrere Schritte einer Online-Aufgabe übernehmen kann. Eine frühere Praxiserprobung von Muse beleuchtet weitere Einkaufsaufgaben.

Ein Testbericht schildert eine Resy-Reservierung

In einem einzelnen Test wurde eine Reservierung bei Resy über Muse abgeschlossen, nachdem eine Telefonnummer und ein Bestätigungscode eingegeben worden waren. Resy erklärte, nicht genehmigte Bots und Agenten von Drittanbietern nicht zuzulassen. Das Unternehmen begründete diese Regel mit möglichen Risiken für die Plattform und einem fairen Reservierungserlebnis.

Amazon verweist auf Transparenz, Daten und Empfehlungen

Amazon erklärte, Drittanbieter, die im Auftrag von Kunden einkaufen, sollten transparent handeln und die Entscheidung eines Dienstes respektieren, ob er solche Anwendungen zulässt. Als Bedenken nannte Amazon fehlende Information und Wahlmöglichkeiten, mögliche Risiken für Konto- und Zugangsdaten sowie den Wegfall personalisierter Empfehlungen bei einem Einkauf über einen Agenten.

Meta beschreibt eine eigene technische Architektur für Muse: Der Agent laufe in einer dedizierten virtuellen Maschine namens Muse Secure VM; ein separates System namens Sentinel genehmige den Internetzugriff. Laut Meta kann Muse Passwörter und Zahlungsmittel nicht einsehen. Nutzer können verbundene Dienste trennen, Muse auffordern, bestimmte Informationen zu vergessen, und der Verwendung ihrer Muse-Interaktionen zum Training von Meta-AI-Modellen widersprechen. Eine frühere Einordnung zu Muse und Datenschutz beschreibt diese Kontrollen ausführlicher.

Meta kündigte weitere Shop-Anbindungen an

Bei Meta Connect am 23. September kündigte Meta weitere Einkaufs- und Zahlungsanbindungen an. Zu den genannten Händlern gehörten Walmart, Best Buy, Sephora und Wayfair; Shop Pay und PayPal führte Meta als Zahlungsoptionen auf. Expedia bezeichnete das Unternehmen als demnächst verfügbar und nannte Instacart für Lebensmitteleinkäufe.

Zugang ist Teil der Funktion

Ob ein KI-Agent eine Aufgabe in einem bestimmten Shop übernehmen kann, hängt nicht allein von seiner Software ab: Auch der jeweilige Dienst muss den Zugang zulassen.