Epic Games setzt KI-Tools ein, um Code für Unreal Engine zu entwickeln. CEO Tim Sweeney bestätigte das am 23. Oktober 2026. Marcus Wassmer, der bei Epic Games die Entwicklung verantwortet, beschreibt KI-gestützte Arbeit auch in Entwicklungsströmen rund um Fortnite, Unreal Editor for Fortnite (UEFN) und Unreal Engine 6 (UE6). Die Werkzeuge schreiben laut Wassmer inzwischen den Großteil des Codes, während Entwickler Architektur und technische Grenzen vorgeben.

Entwickler steuern Claude Code und Codex

Wassmer nannte Claude Code und Codex als wichtige Werkzeuge bei Epic Games. Ingenieure lenken die Programme auf die gewünschte Architektur hin und überarbeiten ihre Ergebnisse. Dabei achten sie laut Wassmer auf Speicherbedarf, Leistung und Skalierbarkeit.

Im Juni 2026 beschrieb Epic bereits den internen Einsatz von Codegenerierung und KI-Analyse in Teams für Backend, Engine und Spieleentwicklung. Damals erzeugten die meisten Anwendungsfälle laut Epics Roadmap noch keinen Code für die Unreal-Engine-Hauptentwicklungslinie. Wassmer verortete die laufende Entwicklungsarbeit später in Strömen rund um Fortnite, UEFN und UE6.

NeoTeo berichtete zuvor über KI-Agenten bei der Entwicklung des Epic Games Launchers. Wassmers Angaben hier betreffen die Engine- und Spieleentwicklung bei Epic.

Von Tests bis zur Fehleranalyse auf dem PC

Wassmer zufolge halfen KI-Tools Epic dabei, interne Tests auszubauen und Fehlerursachen zu untersuchen. Er berichtete außerdem, der Einsatz habe nicht deterministische Fehler im sogenannten Cooking-Prozess nahezu beseitigt. Dabei werden Spielinhalte für die Nutzung im Spiel aufbereitet. Auch die Arbeit an Shader-Komprimierung sei schneller geworden und habe die Größe von Patches reduziert.

Für Fortnite auf dem PC beschrieb Wassmer eine automatische Stabilitätsüberwachung, die Probleme mit bestimmten Kombinationen aus Treibern und Hardware erkennen soll. Epic habe zudem automatisierte Ursachenanalysen und die Erzeugung von Fehlerbehebungen eingesetzt, um schwierige Probleme in Fortnite und Unreal Engine anzugehen.

Ein weiteres Beispiel betrifft die Rendering-Schicht von Direct3D 12 (D3D12). Wassmer zufolge dauerte die Überarbeitung eines erheblichen Teils davon etwa eine Woche. Für einen einzelnen Entwickler hatte er zuvor drei bis sechs Wochen veranschlagt. Er berichtete außerdem von weniger Fehlern und einer Verbesserung der CPU-Zeit. Für größere Umbauten der Engine setzte Epic KI laut Wassmer ebenfalls ein; dadurch solle die Architektur modularer werden und sich leichter anpassen lassen.

Welche KI-Funktionen Epic für UE6 plant

Epics Roadmap vom 22. Juni 2026 sieht für UE6 eine Grundlage auf Basis des Model Context Protocol (MCP) vor. Darüber sollen Entwickler Modelle wie Claude und Gemini einbinden können. Epic plante außerdem einen optionalen Epic Developer Assistant als fertige Lösung.

Dieselben Roadmap-Angaben zielten auf einen Early Access von UE6 Ende 2027. Die vollständige Veröffentlichung plante Epic 12 bis 18 Monate danach. Beides sind Zeitziele aus der Roadmap. Für das Gameplay-Programmiermodell von UE6 plant Epic Verse; Verse kann laut Roadmap C++-Code aufrufen.