Die Europäische Weltraumorganisation ESA berichtete am 19. Oktober 2026 von einem Treffen früherer und aktueller ExoMars-Teammitglieder im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt. Anlass waren zehn Jahre seit der Ankunft des ExoMars Trace Gas Orbiter (TGO) am Mars. Der Orbiter untersucht die Atmosphäre und übernimmt inzwischen auch zusätzliche Aufgaben für Kommunikation und Missionsbetrieb.

Ankunft und Jubiläum: zwei getrennte Ereignisse

TGO erreichte den Mars am 19. Oktober 2016 um 15:24 UTC, so die ESA. Das Triebwerk für das Mars Orbit Insertion genannte Einschwenkmanöver hatte an diesem Tag bereits um 13:05 UTC gezündet. Während des Manövers verschwand die Sonde hinter dem Planeten. Nach ihrer Rückkehr meldete sie Telemetriedaten, anhand derer die Flugkontrolle den Eintritt in die Marsumlaufbahn bestätigte.

Die ESA beschrieb die anschließende Phase des Aerobraking als fast ein Jahr lang. Dabei bremst die dünne Atmosphäre ein Raumfahrzeug durch Luftwiderstand ab. EXOPLANETAS Noticias Ciencia y Tecnología berichtete, dass TGO das Aerobraking am 20. Februar 2018 abgeschlossen hatte.

DatumEreignis
19. Oktober 2016, 13:05 UTCDas Triebwerk für das Einschwenkmanöver zündet.
19. Oktober 2016, 15:24 UTCTGO erreicht den Mars und tritt in die Umlaufbahn ein.
20. Februar 2018TGO schließt das Aerobraking ab.
19. Oktober 2026Die ESA berichtet von einem Treffen zum zehnten Jahrestag der Ankunft.

Welche Mars-Ergebnisse die ESA nennt

TGO sollte Spurengase untersuchen, also Bestandteile der Marsatmosphäre, die nur in geringer Konzentration vorkommen. Die ESA berichtet, dass die Sonde aus etwa 400 Kilometern Höhe die Atmosphäre untersucht und erstmals Chlorwasserstoff auf dem Mars nachgewiesen habe. Außerdem habe TGO Messungen zum Wasserverlust des Planeten vorgenommen, Strahlung überwacht und unterirdisches Wassereis kartiert.

Mit seinem Bildgebungssystem hat TGO laut ESA mehr als zehn Prozent der Marsoberfläche in vier Farben kartiert. Diese Karten unterstützen die Forschung und die Prüfung möglicher Landeplätze für den Rosalind-Franklin-Rover.

Zur Frage nach Methan sagt die ESA, TGO habe das in früheren Berichten beschriebene Gas nicht nachgewiesen. Die Abweichung zu diesen früheren Beobachtungen bleibt laut der Agentur eine Forschungsfrage und bezieht sich auf die Messungen von TGO.

Zusätzliche Aufgaben im Missionsbetrieb

Während einer Sonnenkonjunktion ist die regelmäßige Kommunikation mit der Erde unterbrochen. TGO kann in dieser Zeit Daten von der Marsoberfläche zwischenspeichern und später übertragen. Damit bleibt der Orbiter auch dann als Funkrelais für Oberflächenmissionen nutzbar.

2024 lud die ESA eine neue Flugsoftware hoch, die den Einsatz der Gyroskope begrenzt. So sollen die Geräte für die Ankunft des Rosalind-Franklin-Rovers geschont werden. Außerdem nutzt TGO seine für die Kommunikation mit der Marsoberfläche entwickelte Funkausrüstung gemeinsam mit Mars Express für die Radioforschung in der Marsatmosphäre.