GNOME 51 „A Coruña“ ist am 16. September 2026 als stabile Version erschienen. Die neue Ausgabe des freien GNOME-Desktops konzentriert sich nicht auf einen einzelnen großen Umbau, sondern auf mehrere Verbesserungen mit direktem Nutzen: GNOME Maps kann Kartenregionen offline speichern, die Bildausgabe soll unter Last flüssiger wirken, und viele Kernanwendungen erhalten praktische Überarbeitungen.

GNOME 51 „A Coruña“ ist die stabile Version

Der Codename erinnert an A Coruña, wo im Juli 2026 die GNOME-Konferenz GUADEC stattfand. GNOME 51 folgt dem etablierten Veröffentlichungsrhythmus des Projekts und bündelt Verbesserungen am Desktop, an den Einstellungen und an den mitgelieferten Anwendungen.

Für die Installation kommt es auf die Linux-Distribution an: GNOME ist eine Desktop-Umgebung und keine gewöhnliche Flatpak-Anwendung. Das Projekt erwartet, dass GNOME 51 in den kommenden Wochen in großen Linux-Distributionen verfügbar wird. Wer früher ausprobieren möchte, kann auf GNOME OS Nightlies oder aktualisierte GNOME-Anwendungen über Flathub zurückgreifen.

Karten ohne Netz und mehr Informationen im Nahverkehr

GNOME 51 ist da: Offline-Karten und flüssigere Animationen

Die auffälligste Neuerung steckt in GNOME Maps. Die Anwendung kann regionale Kartenbereiche herunterladen, verwalten und anschließend ohne Netzwerkverbindung verwenden. Das ist besonders praktisch auf Reisen, in Bahnunterführungen oder überall dort, wo der Empfang gern genau dann verschwindet, wenn man ihn braucht.

Maps zeigt außerdem mehr Daten zum öffentlichen Verkehr: Abfahrten und Ankünfte, Verspätungen, Bahnsteige, Haltestellen und Fußwege können direkt in der Anwendung erscheinen. Das gilt dort, wo entsprechende Nahverkehrsdaten verfügbar sind.

Flüssigeres Desktop-Verhalten und bessere Einstellungen

Im Hintergrund überarbeitet GNOME 51 in Mutter die Zeitplanung für Bildaktualisierungen und die Übertragung von Bildschirmframes. Dadurch sollen Animationen auch unter höherer Last gleichmäßiger laufen. Die Bildschirmaufnahme reduziert zugleich redundante Arbeit und das Kopieren von Puffern.

Auch die Anzeigeeinstellungen werden praktischer. GNOME merkt sich die Monitorhelligkeit über Neustarts und das Umschalten von HDR hinweg. Geräte mit Beschleunigungssensor erhalten eine automatische Drehung und eine Sperre für die Ausrichtung. Außerdem gibt es zentriertes Einrasten bei der Anordnung von Bildschirmen sowie eine Option, das Touchpad automatisch zu deaktivieren, wenn eine Maus angeschlossen ist.

Zu den weiteren Änderungen gehören Suchdomänen für DNS-Einstellungen und die Entfernung der Unterstützung für WEP, einen veralteten Standard für die WLAN-Sicherheit. Bei Remote Desktop kommen Smartcard-Weiterleitung und Kerberos-Authentifizierung hinzu; Remote Login unterstützt SSH-Socket-Server.

Barrierefreiheit und Anwendungen mit echten Verbesserungen

GNOME 51 ist da: Offline-Karten und flüssigere Animationen

GNOME 51 erweitert die Unterstützung für reduzierte Bewegung auf weitere Widgets und Teile der Shell. Die Auswahl eines Bereichs für Screenshots lässt sich vollständig per Tastatur steuern, eine Einstellung für die Dauer des Fokusrahmens kommt hinzu, und die Ausgabe von Screenreadern wird übersichtlicher.

Der Dateimanager GNOME Files erhält unter anderem eine Zählung beim Ziehen mehrerer Dateien, eine intelligentere Auswahl, schnelleres Neuladen von Ordnern und gruppierte Benachrichtigungen. GNOME Calendar verbessert die Monats- und Wochenansicht, die Synchronisierung im Hintergrund, Veranstaltungsorte und die Bearbeitung von Terminen.

Sushi, die Dateivorschau von GNOME, wurde mit GTK 4 und libadwaita neu umgesetzt. Die Anwendung bietet außerdem einen Dunkelmodus und eine Ansicht von Bildern in Originalgröße. Im Browser GNOME Web kopiert die Tastenkombination Strg+Umschalt+C die aktuelle URL; sichere Passwörter lassen sich über pwquality erzeugen.

In Papers können Nutzer gezeichnete oder importierte visuelle Signaturen in Dokumente einfügen. Das ist eine sichtbare Unterschrift im PDF, aber keine kryptografische digitale Signatur, die die Echtheit eines Dokuments garantiert. Die neue Funktion stammt von Malika Asman, die sie während eines Outreachy-Praktikums bei der GNOME Foundation entwickelte.

Auch die GNOME-Circle-Sammlung wächst: Bobby, Tally und Bazaar kamen während des Entwicklungszyklus hinzu. Bobby dient zum Durchsuchen von SQLite-Datenbanken, Tally ist eine Zähler-Anwendung, und Bazaar konzentriert sich auf Flatpak-Anwendungen und Erweiterungen, besonders aus Flathub.

So kommt GNOME 51 auf Linux-Systeme

GNOME 51 ist als Desktop-Umgebung veröffentlicht, wird aber nicht wie eine einzelne Flatpak-App installiert. Die Distribution übernimmt normalerweise die Integration und Auslieferung des Desktops. Flathub ist dagegen die passende Anlaufstelle für aktualisierte GNOME-Anwendungen, während GNOME OS Nightlies einen frühen Testweg für den gesamten Desktop bieten.

Die Version „A Coruña“ ist damit weniger ein radikaler Neustart als ein breit angelegtes Update: Offline-Karten, feinere Anzeigeeinstellungen und bessere Zugänglichkeit treffen auf viele kleinere Änderungen in Files, Calendar, Sushi, Papers und weiteren GNOME-Komponenten.