Google DeepMind zählt 2026 mit WeatherNext Cyclones zu den Science-Fair-Gewinnern. Das Modell prognostiziert Zugbahn, Intensität und Windstruktur tropischer Wirbelstürme. Eine am 6. August 2026 veröffentlichte Studie berichtet für zwei verschiedene Messgrößen konkrete Vergleichswerte.

Was WeatherNext Cyclones prognostiziert

WeatherNext Cyclones (WN-C) erstellt probabilistische Vorhersagen: Ein Ensemble bündelt mehrere mögliche Prognoseverläufe, statt nur eine Zugbahn auszugeben. Das Modell prognostiziert den globalen Zustand der Atmosphäre sowie die Zugbahn, Intensität und Windstruktur tropischer Wirbelstürme. Seine Vorhersagen reichen bis zu 15 Tage und werden in Schritten von sechs Stunden berechnet; ein Ensemble kann bis zu 1.000 Mitglieder umfassen.

Zu den Trainingsgrundlagen gehören globale Atmosphärenanalysen des ECMWF und die IBTrACS-Datenbank mit knapp 5.000 erfassten tropischen Wirbelstürmen.

Was die Studie gemessen hat

Der mittlere Ensemble-Trackfehler beschreibt, wie weit die mittlere vorhergesagte Zugbahn im Durchschnitt von der beobachteten abwich. Bei einem Prognosehorizont von fünf Tagen lag dieser Fehler für WeatherNext Cyclones bei 230 km. Der Vergleich mit ECMWF ENS und GenCast bezog sich auf denselben Horizont und dieselbe Messgröße.

Messgröße und PrognosehorizontErgebnis für WeatherNext CyclonesVergleichsmodell und Studienwert
Mittlerer Ensemble-Trackfehler nach fünf Tagen230 kmECMWF ENS: 370 km; GenCast: 335 km
Mittlerer Intensitätsprognosefehler nach drei Tagen3,75 kt geringer als bei HAFSHAFS

Der Intensitätsvergleich ist ein eigenes Ergebnis: WeatherNext Cyclones war bei der mittleren Prognose nach drei Tagen laut Studie um 3,75 Knoten (kt) genauer als HAFS. Er beschreibt nicht denselben Messwert wie der Trackfehler. Die Zugbahn-Auswertungen umfassten 2023 und 2024 sowie 2025 den Nordatlantik und den Ostpazifik.

Öffentliche Prognosen und der Fall Melissa

Google DeepMind gewinnt 2026 eine Science-Fair-Auszeichnung für WeatherNext Cyclones
Das Video zeigt Prognosegrafiken zu Hurrikan Melissa und Gespräche mit Fachleuten des National Hurricane Center.

Experimentelle WeatherNext-Cyclones-Prognosen sind seit Juni 2025 im Google Weather Lab öffentlich zugänglich. In der Atlantik-Hurrikansaison 2025 flossen solche Prognosen in den Beratungsprozess des National Hurricane Center (NHC) ein.

Hurrikan Melissa traf im Oktober 2025 als Kategorie-5-Hurrikan auf Jamaika. Google erklärte am 19. Mai 2026, die WeatherNext-Prognose für Melissas rasche Intensivierung und Landfall habe fünf Tage zuvor rund 80 Prozent und drei Tage zuvor fast 100 Prozent Konfidenz erreicht. Google bezeichnete das System in dieser Fallbeschreibung als WeatherNext.

WeatherNext Cyclones liefert Prognosehinweise für die Arbeit von Meteorologinnen und Meteorologen. Amtliche Warnungen geben die zuständigen meteorologischen Behörden heraus.