In den USA berichten Pflegekräfte von Problemen mit HCA Healthcares Dienstplan-Software Timpani. Bei Rayus Radiology meldeten Beschäftigte Fehler in einem separaten, auf Palantir Foundry basierenden Ablauf für die Terminplanung. Timpani erstellt Pflege-Dienstpläne; das Rayus-Werkzeug überträgt Angaben aus ärztlichen Aufträgen in Terminfelder.

Organisation und SystemAufgabeBerichtete Probleme
HCA Healthcare: TimpaniErstellt Pflege-Dienstpläne anhand von Prognosen zum Patientenaufkommen und Personalbedarf.Pflegekräfte berichteten von missachteten Schichtwünschen, unausgewogener Besetzung und zusätzlichem Aufwand für Änderungen und Einsprüche.
Rayus Radiology: separater Foundry-ArbeitsablaufÜberträgt Angaben aus ärztlichen Aufträgen in Felder für die Terminplanung.Beschäftigte berichteten von falschen Patientenprofilen, Untersuchungen, die nicht zur Anordnung passten, und fehlerhaften Patientendetails.

Was Pflegekräfte bei HCA kritisieren

HCA entwickelte Timpani gemeinsam mit Palantir. Das 2023 eingeführte System basiert auf Palantir Foundry und nutzt Prognosen zu Patientenzahlen und Personalbedarf, um Dienstpläne zu erstellen.

Die Pflegekraft Amber Retzloff sagte, dass Timpani über vier Monate bei mehr als der Hälfte von 50 gewünschten Zwölf-Stunden-Schichten andere Schichten für sie eingeplant habe. Das ist ihre persönliche Schilderung. Lee Barker berichtete, dass Dienste an gewünschten freien Tagen – sogenannte „red days“ – an ihrer Einrichtung zunehmend üblich geworden seien. HCA gibt für solche Zuweisungen einen Durchschnitt von einem Prozent an.

Retzloff beschrieb auch eine Schicht, in der sie nach eigener Aussage die einzige erfahrene Pflegekraft unter vier jüngeren Kolleginnen und Kollegen gewesen sei. Sie habe deshalb die Versorgung der schwerstkranken Patientinnen und Patienten verzögert, während sie die anderen anleitete. Pflegekräfte schilderten außerdem wenig Kontrolle über die fertigen Pläne und ein zentralisiertes Einspruchsverfahren.

HCA erklärte, die Pflegeleitungen träfen die endgültigen Entscheidungen über die Dienstpläne. Das Unternehmen beschreibt Timpani als Werkzeug, das passende Qualifikationen und Erfahrung mit dem Personalbedarf und den Dienstplanwünschen zusammenbringen soll.

Welche Ergebnisse HCA für Timpani nennt

In einer im Juli 2026 veröffentlichten Darstellung gab HCA an, Abteilungen bräuchten typischerweise acht bis 15 Stunden pro Monat, um Dienstpläne zu erstellen. Mit Timpani sinke dieser Aufwand laut Unternehmen auf zwei bis drei Stunden pro Planungszyklus.

HCA zufolge enthalten mehr als 98 Prozent der mit Timpani erstellten Schichten eine Mischung aus Qualifikationen und Erfahrungsstufen. Weniger als zwei Prozent seien ausschließlich mit Berufsanfängern besetzt. Das sind Angaben des Unternehmens zu Schichten; Retzloffs Schilderung betrifft eine einzelne Schicht.

HCA berichtete außerdem von einem Rückgang der Personalfluktuation um sechs Prozent in Abteilungen, die Timpani nutzen, sowie von einem geringeren Einsatz externer Pflegekräfte.

Ein eigener Terminablauf bei Rayus Radiology

Der Fall bei Rayus betrifft nicht Timpani: Das Radiologieunternehmen nutzt einen separaten Foundry-basierten Arbeitsablauf, der Informationen aus ärztlichen Aufträgen in Felder für die Terminvergabe überträgt. Beschäftigte berichteten von Fällen, in denen das Werkzeug Aufträge mit falschen Patientenprofilen verknüpft, unpassende Untersuchungen eingetragen oder fehlerhafte Patientendetails erzeugt habe.

Rayus widersprach der allgemeinen Darstellung der Vorfälle. Das Unternehmen erklärte, seine Technologie solle die menschliche Beurteilung und Kontrolle unterstützen, nicht ersetzen.