MassDOT verlangt eine Eignungs- und Sicherheitsprüfung, bevor Amazon Prime Air in Westborough starten darf. In einem Schreiben vom 22. Oktober 2026 erklärte die Verkehrsbehörde von Massachusetts, ihre Aeronautics Division müsse prüfen, ob der geplante Betrieb sicher sei. Bis zu diesem Tag hatte MassDOT nach eigener Angabe keine offizielle Mitteilung oder Prüfanfrage von Amazon erhalten.
Was Amazon in Westborough plant
Amazon schlägt vor, einen Parkplatz am Westborough Fulfillment Center als Startplatz für Prime Air zu nutzen. Der geplante Lieferbereich soll einen Radius von 7,5 Meilen, also rund 12 Kilometern, haben. Die Pakete sollen weniger als fünf Pfund wiegen, das entspricht weniger als etwa 2,3 Kilogramm.
Staatliche Prüfung und kommunale Verfahren
Die Prüfung durch die MassDOT Aeronautics Division soll mögliche Umweltauswirkungen berücksichtigen und eine öffentliche Anhörung einschließen. MassDOTs amtierender Behördenleiter Phil Eng sagte, die Behörde werde den Plan auf Risiken für die öffentliche Sicherheit sowie auf mögliche Auswirkungen auf die Nachbarschaft und die Umwelt prüfen.
Die staatliche Prüfung läuft getrennt von den kommunalen Verfahren. Bei einer Sonderversammlung stimmten die Teilnehmenden am 19. Oktober mit 510 zu 13 Stimmen für Einschränkungen des Drohnenbetriebs. Die geplanten Regeln sehen unter anderem einen Abstand von 150 Fuß, rund 46 Metern, zwischen Startflächen und Mitarbeiterparkplätzen sowie Datenschutzauflagen und Bußgelder vor. Beschäftigte der Gemeinde dürften demnach keine Waren an eine Gemeindeeinrichtung bestellen.
Die Abstimmung allein gibt Westborough laut The Boston Globe nicht das Recht, den Lieferbetrieb zu untersagen. Die Satzungsänderung benötigte demnach noch die Zustimmung des Generalstaatsanwalts von Massachusetts und der Aeronautics Division.
Auch ein Zonenstreit ist davon getrennt. Der Planungsausschuss hatte Amazon eine Genehmigung für eine Nebennutzung erteilt. Anwohner legten dagegen Berufung ein: Sie argumentieren, die Startflächen seien als Flughafen einzustufen und benötigten deshalb eine Sondergenehmigung. The Boston Globe berichtete, dass der Zoning Board of Appeals die Berufung am 2. November 2026 beraten sollte.
Was die Lärmdaten aussagen
Ein Amazon-Sprecher bezifferte die Lautstärke während einer Paketzustellung laut Boston.com auf maximal 68 Dezibel. WBUR zitierte Amazon-Sprecher Jack Stelzner mit der Einschätzung, das Geräusch gleiche einem leise laufenden Ventilator, dauere etwa 30 Sekunden und sei in Innenräumen meist nicht zu hören.
Ein technischer Bericht von Environmental Science Associates, der auf der FAA-Website gehostet wird, nennt für einen Test in Pendleton im US-Bundesstaat Oregon einen Schallereignispegel (SEL) von 92,1 dBA. Gemessen wurde eine Zustellung mit maximalem Gewicht; das seitlich aufgestellte Mikrofon stand 25 Fuß, also rund 7,6 Meter, vom Lieferpunkt entfernt. Der SEL beschreibt die über ein Schallereignis aufsummierte Schallenergie. Der Test fand in Oregon statt.