Am 8. Oktober wurde bekannt, dass Mario Rodríguez Mestre seine unveröffentlichte Forschung mit Anthropics ART-Fund in Verbindung bringt. Er sagte, seine Arbeit habe dieselben viralen Signaturen beschrieben und er habe Entwürfe seiner Dissertation, Analysen und weiteres Material in einem privaten Claude-Konto geteilt. Eine Nutzung durch Anthropic könne er nicht belegen. NeoTeo hatte die Zuschreibungsfrage bereits zuvor aufgegriffen.

Mestres Bericht und Anthropics Antwort

Anthropic bestritt, dass seine Biologiegruppe Zugriff auf Nutzertranskripte gehabt habe oder Claude mit solchen Transkripten trainiert worden sei.

Was Anthropic zu ART berichtet

Das englischsprachige Video von Anthropic zeigt Forschende im Labor und beschreibt Claude als Teil des Forschungsprozesses des Unternehmens.

Am 23. September 2026 stellte Anthropic ein von Claude-Agenten identifiziertes biologisches System in Bakteriophagen vor – Viren, die Bakterien infizieren. Das Unternehmen nennt es arrayassoziierte Reverse Transkriptasen (ART). Es besteht demnach aus einer Reverse Transkriptase, einem benachbarten Partnergen und einem Array regelmäßig angeordneter DNA-Wiederholungen. Die Reverse Transkriptase selbst war bereits bekannt.

Anthropic zufolge ergaben erste Experimente, dass das Wiederholungsarray verschiedene kurze RNAs hervorbringt. Die biologische Funktion von ART ist ungeklärt; eine Genom-Editierung wurde nicht nachgewiesen. Zum 8. Oktober war die Arbeit noch nicht fachbegutachtet. Anthropic erklärte, menschliche Wissenschaftler hätten sämtliche Laborarbeiten ausgeführt.

Für die Suche setzten Anthropic zufolge rund 950 Agenten 21 Stunden ein und verarbeiteten 210 Millionen Tokens. Sie sichteten mehr als 200.000 Reverse Transkriptasen, wählten 3.500 Kandidatensysteme aus und grenzten die Auswahl auf 20 ein.

Was die zusätzlichen Suchläufe aussagen

In zehn zusätzlichen Suchläufen fanden Claude-Agenten das Wiederholungsarray nicht. Die Wiederholungen betreffen damit die Frage, ob derselbe Suchablauf das Muster erneut auffindet.