Meta führte mehrere Probleme im brasilianischen Wahlkampf auf technische Störungen zurück. Die von der Associated Press (AP) wiedergegebenen Erklärungen betrafen unter anderem eingefrorene Instagram-Reels-Aufrufzahlen, eine Störung beim Erstellen von Anzeigen und eine Schwachstelle in Meta AI. Warum Instagram und WhatsApp Flávio Bolsonaros Kanäle empfahlen, erklärte das Unternehmen laut AP nicht.

Meta erklärte mehrere getrennte technische Störungen

Am 23. September deaktivierte Meta nach eigener Darstellung irrtümlich das Werbekonto der Kampagne von Luiz Inácio Lula da Silva. Wie EFE berichtete, dauerte die Deaktivierung etwas mehr als eine Stunde. Meta zufolge war eine Anzeige als möglicher Versuch eingestuft worden, ein brasilianisches Sozialprogramm zu imitieren.

Daneben beschrieb Meta laut AP zwei andere Instagram-Probleme: In mehr als 100 Ländern froren die Aufrufzahlen von Reels ein, während die Verbreitung der Inhalte normal weiterlief. Eine separate Störung eines Werkzeugs behinderte für einen Tag das Erstellen von Anzeigen aus bereits veröffentlichten Instagram-Beiträgen. Aufrufzahlen, Reichweite und das Schalten von Anzeigen sind dabei unterschiedliche Funktionen – die genannten Vorfälle beschreiben also verschiedene Probleme.

Meta AI und Bilder für den Wahlkampf

Zu einigen fehlgeschlagenen Bildanfragen für den Wahlkampf nannte Meta laut AP eine vorübergehende technische Lücke: Kombinationen aus allgemeinen Vornamen und Wahlkampfnummern blockierten demnach zeitweise manche Anfragen nach Bildern zur Unterstützung von Lula. Anfragen zu Flávio Bolsonaro funktionierten noch einen weiteren Tag. Auch diese Erklärung stammt von Meta; die angeführten Vorfälle sagen für sich genommen nichts über den Grund der Empfehlungen für politische Kanäle aus.

Empfehlungen für Flávio Bolsonaro und die Reaktion des Gerichts

Der portugiesischsprachige Beitrag von UOL greift Folha de S.Paulos Recherche zu gemeldeten Einschränkungen von Lulas Reichweite und Empfehlungen für Flávio Bolsonaro auf.

El País berichtete unter Berufung auf Recherchen von Folha de S.Paulo, interne Meta-Nachrichten hätten Einschränkungen für Lulas Konten und Empfehlungen zugunsten von Flávio Bolsonaro beschrieben. Dem Bericht zufolge empfahl die WhatsApp-Suche nach Lula Flávios Kanal; Instagram schlug Flávios Profil vor, zeigte Lula aber nicht an, wenn nach seinem Namen gesucht wurde. Meta bestritt eine politische Bevorzugung. Laut AP ging das Unternehmen jedoch nicht darauf ein, warum Flávios Instagram- und WhatsApp-Kanäle Empfehlungen erhielten.

Für den 9. Oktober berichtete El País außerdem, dass Lulas offizieller Instagram-Account fast 24 Stunden lang keine Feed-Beiträge bewerben konnte. Verantwortliche der Kampagne schätzten, dadurch hätten fast 1,3 Millionen Menschen die Anzeigen nicht gesehen. El País’ Bericht über die Folha-Recherche führt diese Einschränkung gesondert von der Deaktivierung des Werbekontos im September auf.

Am 15. Oktober ordnete ein Richter des Obersten Wahlgerichts Brasiliens (Tribunal Superior Eleitoral, TSE) laut AP an, Lula und Flávio Bolsonaro bis zur für den 25. Oktober angesetzten Stichwahl gleich zu behandeln. Bei Verstößen drohte dem Bericht zufolge ein mögliches Zwangsgeld von 500.000 Reais pro Tag. Richter Marco Aurélio Bellizze erklärte laut EFE, die damals vorliegenden Belege reichten nicht aus, um eine gezielte Manipulation der Inhaltsverteilung festzustellen.