NPR veröffentlichte am 30. Oktober 2026 eine Untersuchung zu US-Wahlfragen. Bei einem eigenen Test am 22. und 23. Oktober enthielten 19 von 37 ChatGPT-Antworten mindestens eine Website aus einem Netzwerk von 37 Seiten, das demokratische Kandidaten unterstützte. 17 der 19 zitierten Seiten präsentierten sich als lokale Nachrichtenangebote.

Was NPR bei ChatGPT und anderen Suchdiensten fand

NPR testete 37 Fragen mit ChatGPT, Gemini und Google Search. Gemini zitierte in den getesteten Antworten keine Website aus dem Netzwerk und beantwortete sieben Fragen nicht. Google Search zeigte keine der Netzwerkseiten auf der ersten Ergebnisseite; auch in Googles AI Overview tauchten sie laut NPR nicht auf. Diese Ergebnisse beziehen sich auf NPRs eigenen Test.

Wie häufig die vier Systeme in der Searchable-Studie falsche Antworten gaben

Eine separate Untersuchung maß, wie oft KI-Systeme bei lokalen politischen Fragen falsche Antworten lieferten. Searchable zufolge wurden 7.449 Antworten von ChatGPT, Gemini, Google AI Mode und Perplexity mit offiziellen Regierungsdaten abgeglichen. Searchable fasste das Ergebnis auf seiner Studienseite als ungefähr eine falsche Antwort von zwölf zusammen. Tom’s Guide berichtete am 29. Oktober 2026, dass 610 Antworten als falsch eingestuft wurden, entsprechend 8,2 Prozent.

Tom’s Guide zufolge umfasste der Test 106 Ausgangsfragen in fünf Metropolregionen und den jeweiligen Bundesstaaten. Die Systeme wurden im September und Oktober 2026 geprüft. Antworten wurden anhand offizieller Regierungsdaten bewertet; zwei Prüfende mussten sich einig sein, bevor eine Antwort als falsch galt.

SystemFalsche Antworten im berichteten Test
Perplexity22,6 %
Gemini6,2 %
ChatGPT4,4 %
Google AI Mode2,9 %

Die Werte gelten für die getesteten Fragen und Orte. Sie sind keine allgemeine Genauigkeitsmessung für jede Wahlfrage oder jede Version der Dienste.

Warum eine Quellenangabe keine richtige Antwort garantiert

Eine KI kann Informationen falsch zusammenfassen, obwohl sie auf offizielle Seiten zugreift. Tom’s Guide berichtete, dass rund 62 Prozent der 43.079 aufgerufenen Webseiten von US-Bundes-, Bundesstaats- oder Kommunalbehörden stammten und trotzdem falsche Antworten auftraten. Eine Quellenangabe hilft daher erst dann, wenn die verlinkte Seite die konkrete Aussage tatsächlich stützt.

NPRs Untersuchung beleuchtete ein anderes Problem: Eine Antwort kann auf eine Website verweisen, die sich wie ein lokales Nachrichtenangebot präsentiert, aber Kandidaten unterstützt. Das ist ein Befund zu den zitierten Seiten und nicht dieselbe Messung wie die Fehlerraten aus Searchables Test.

Tom’s Guide berichtete außerdem, dass Fragen mit einer falschen Voraussetzung mehr als viermal so häufig zu einer falschen Antwort führten wie Fragen ohne eine solche Vorgabe. Eine möglichst neutrale Formulierung kann helfen, eine unbelegte Annahme nicht schon in die Frage einzubauen.

So prüfst du eine Wahlbehauptung aus einem Chatbot

Öffne die verlinkte Quelle und prüfe, ob sie genau die Behauptung belegt, die der Chatbot aufstellt. Achte auf Datum und Ort der Information und darauf, wer hinter der Website steht. Eine lokale Nachrichtenseite und eine Website, die Kandidaten unterstützt, erfüllen nicht dieselbe journalistische Rolle.

Für konkrete US-Wahltermine und Abläufe sind die zuständigen Wahlbehörden des jeweiligen Bundesstaats oder Bezirks die maßgebliche Anlaufstelle.