Im fünftägigen Prozess vor einem Bundesgericht in Delaware, der am 5. Oktober 2026 begann, stehen Qualcomms Vorwürfe gegen Arm und Lizenzbedingungen für Arm-Architekturen im Mittelpunkt. Qualcomm verlangt, seine Royalty-Zahlungen an Arm bis zu fünf Jahre aussetzen zu dürfen. Eine erste Einordnung zum Prozessauftakt hatten wir bereits veröffentlicht.

Worum es im Qualcomm-Arm-Prozess geht

Der Streit wird auf zwei Ebenen verhandelt: Eine Jury befasst sich mit Qualcomms Vorwürfen zu Vertragsverletzungen und den beantragten Ansprüchen. In einem damit verbundenen Verfahren ohne Jury geht es vor Richterin Maryellen Noreika darum, ob Arm bei Verhandlungen über die nächste Architekturversion nach Treu und Glauben gehandelt hat.

Qualcomms Vorwürfe und die Gespräche mit Meta

Qualcomm wirft Arm vor, vertraglich erforderliche Werkzeuge für Chiptests zurückgehalten und eine Kündigungsdrohung für eine wichtige Lizenz aus dem Jahr 2024 weitergegeben zu haben. Nach Darstellung von Qualcomm beeinträchtigte die Weitergabe Verhandlungen über ein mögliches Chipgeschäft mit Meta.

Qualcomms Anwältin Karen Dunn erklärte vor der Jury, der Wert des Meta-Geschäfts sei bis zu seinem Abschluss um 170 Millionen US-Dollar gesunken. Sie führte den Rückgang auf die behauptete Weitergabe und die dadurch verursachte Verzögerung zurück.

Arms Darstellung des Meta-Geschäfts

Arm bestreitet, dass Qualcomm einen tatsächlichen Schaden nachgewiesen hat. Arms Anwalt Gregg LoCascio erklärte, Metas Wechsel von VR-Headsets hin zu KI-Brillen habe die wirtschaftlichen Bedingungen des Geschäfts verändert. Damit stellt Arm Qualcomms Darstellung des möglichen Schadens eine andere Erklärung für die geänderten Konditionen gegenüber.

Die im Gericht erörterten Lizenzzahlen

Bei den Verhandlungen über die nächste Arm-Architekturversion wurde eine Grafik erörtert, die für den Wechsel von Version 9 zu Version 10 einen vorgeschlagenen Anstieg der Lizenzzahlungen um 1.800 Prozent auswies. Die Zahl bezieht sich auf diesen Vorschlag im Zusammenhang mit den Architekturverhandlungen.

Separat kam eine Lizenzvereinbarung aus dem Jahr 2013 zur Sprache. Arms Anwalt fragte, ob Qualcomm an einer dort beschriebenen Obergrenze von 1,88 US-Dollar pro Chip festhalten wolle. Sie galt der Darstellung im Gericht zufolge für Chips mit mindestens fünf CPU-Kernen.

Qualcomms beantragte Abhilfe

Qualcomm beantragt, die Royalty-Zahlungen an Arm für bis zu fünf Jahre auszusetzen. Der mögliche Umfang wird mit Milliarden US-Dollar beziffert. Richterin Maryellen Noreika prüfte, ob Qualcomm diesen vertraglichen Rechtsbehelf geltend machen kann. Der Lizenzvertrag zwischen Qualcomm und Arm läuft bis 2033.