Rocket Lab verschob am 14. Oktober 2026 das Ziel für Neutrons Erstflug vom vierten Quartal 2026 auf 2027. Auslöser waren Hohlräume im vorderen Treibstofftankdom, wie Stephen Clark in Ars Technica berichtete (technischer Bericht). Yahoo Finance zufolge rechnete Rocket Lab bei der Mitteilung damit, die Montage der ersten Stufe noch im laufenden Quartal abzuschließen und anschließend einen konkreteren Starttermin festlegen zu können (Bericht vom 15. Oktober).
Wie die Hohlräume entstanden
Ein Tankdom ist der gewölbte Abschluss eines Tanks. Clark zufolge riss im Januar ein Neutron-Tank bei einem hydrostatischen Drucktest, bei dem ein Tank unter Druck auf Belastbarkeit geprüft wird. Eine anschließende Änderung der Konstruktion sollte die Struktur stärken. In den dickeren Abschnitten des vorderen Doms bildeten sich dann Hohlräume zwischen den Kohlefaserlagen.
Rocket Lab entwickelte für die großen Verbundbauteile eigene Aushärtungszyklen und setzte auf automatisierte Faserablage. Die Anlage dafür war laut Clark zu diesem Zeitpunkt in Betrieb; der frühere Testtank war bei einem externen Auftragnehmer von Hand laminiert worden.
Was die Prüfung des hinteren Doms ergab
Ein nach dem überarbeiteten Verfahren gefertigter hinterer Dom bestand die Prüfung. Für den vorderen Dom musste Rocket Lab dagegen einen Ersatz herstellen. Die beiden Ergebnisse betreffen also unterschiedliche Bauteile.
Rocket-Lab-Gründer und CEO Peter Beck erklärte, die Fehlstellen bedeuteten nicht zwangsläufig, dass ein Dom im Flug versagen würde. Das Unternehmen wolle aber erst weitergehen, wenn das System ausreichende Sicherheitsreserven habe.
Welche Arbeiten noch anstanden
Stephen Clark berichtete am 15. Oktober, dass die Qualifikation der ersten Stufe und der neun methanbetriebenen Archimedes-Triebwerke noch ausstanden. Für die anschließende Startkampagne nannte er integrierte Betankungstests, Countdown-Proben und einen statischen Triebwerkstest. Solche Kampagnen können Monate dauern.