Soulart entwickelt seit dem 15. September 2026 eine eigenständige Unterstützung für Steam Frame. Dafür soll die Station, ein markerloses Bewegungstracking-System mit eigener NPU, Ganzkörperbewegungen für VR-Anwendungen erfassen und die Berechnung direkt im Gerät erledigen. Die Integration befindet sich noch in der Entwicklung.
Was Soulart Station leisten soll
Soulart Station ist für markerloses 3D-Körpertracking konzipiert. Das System soll Bewegungen ohne am Körper befestigte Tracker erfassen und nutzt dafür Time-of-Flight-Sensorik, Infrarotreflexionen sowie 3D-Daten zur Körperform. Als Einsatzgebiete nennt Soulart unter anderem VR-Spiele, Motion Capture und Simulationen.
Die Bewegungsberechnung übernimmt laut Soulart eine dedizierte NPU direkt in der Station. Für diese interne Verarbeitung sollen weder ein separater PC noch eine Cloud-Verbindung nötig sein. Die Station kann per WLAN oder USB-C mit der zugehörigen App verbunden werden.
Für SteamVR wird Station als kompatible Lösung beschrieben; als wichtiges Einsatzgebiet gilt VRChat. Damit zielt das System auf eine VR-Nutzung, bei der die Körperbewegung in die virtuelle Figur übertragen wird, ohne dass dafür klassische Tracker an mehreren Körperstellen befestigt werden müssen.
Was die geplante Steam-Frame-Integration bedeutet
Steam Frame ist als drahtloses, auf Streaming ausgelegtes VR-Headset mit eigenständiger Nutzung konzipiert. Soulart arbeitet daran, Station künftig eigenständig mit Steam Frame zu unterstützen. Das würde die Station-Berechnung in diesem Anwendungsszenario ohne zusätzlichen PC ermöglichen.
Entscheidend ist der Entwicklungsstand: Soulart hat am 15. September 2026 die Arbeit an dieser Unterstützung angekündigt. Eine fertige Steam-Frame-Integration ist damit noch nicht beschrieben. Die angekündigte Funktion soll also eine Erweiterung für Station werden, nicht eine bereits ausgelieferte Eigenschaft von Steam Frame.
Die veröffentlichten technischen Eckdaten
Soulart nennt für Station mehrere technische Zielwerte und Herstellerangaben:
- Bis zu 120 Hz: Das ist die maximale angegebene Erfassungsrate, nicht automatisch eine Messung der kompletten Verzögerung vom Körper bis zur VR-Anwendung.
- Bis zu 50 m²: Diese Flächenangabe bezieht sich auf den Einsatz mehrerer Station-Einheiten. Sie ist nicht als Reichweite einer einzelnen Station ausgewiesen.
- Unter 20 mm Trackingfehler: Soulart nennt diesen Wert für eine einzelne Station.
- 300.000 3D-Punkte: Soulart beschreibt damit die hohe Punktdichte seines 3D-Erfassungssystems.
- 940 nm: Diese Infrarotwellenlänge gibt Soulart für die Sensorik an.
Mehrere Station-Einheiten sollen die Abdeckung und Genauigkeit verbessern. Soulart beschreibt außerdem den Einsatz von zwei bis vier Stationen für VR-Spiele; für Motion-Capture-Anwendungen können weitere Einheiten verwendet werden.
Der praktische Haken bei Ganzkörpertracking ohne Tracker
Der Verzicht auf Körpermarker und zusätzliche Tracker macht Station konzeptionell interessant, besonders für VRChat und Anwendungen, in denen die Körperhaltung eine zentrale Rolle spielt. Gleichzeitig basiert die Erfassung auf maschinellem Lernen. Bei diesem Ansatz kann laut der vorliegenden Beschreibung eine etwas höhere Latenz und ein höherer Fehler auftreten.
Damit entscheidet sich die Alltagstauglichkeit nicht allein an der maximalen Bild- oder Erfassungsrate. Für VR zählt auch, wie schnell und stabil die berechnete Körperpose in der Anwendung ankommt. Soulart nennt zwar einen Fehlerwert von unter 20 mm, doch die angekündigte Steam-Frame-Unterstützung bleibt ein Entwicklungsvorhaben.
Soulart Station soll damit eine Brücke zwischen eigenständiger Sensorik und drahtloser VR schlagen: Das Gerät erfasst die Bewegung selbst, während die geplante Integration Steam Frame als Zielplattform hinzunimmt.