Im Oktober 2026 ist bei einem Abwurftest des europäischen Raumfahrtprogramms Space Rider das maßstabsgetreue Testmodell nach einer Anomalie beim Öffnen des Flächenfallschirms verloren gegangen. Ein ESA-Sprecher teilte European Spaceflight mit, dass eine unabhängige Untersuchung laufe.

Der Test galt der Landung

ESA Extras zeigt die Montage des maßstabsgetreuen Space-Rider-Testmodells vor dem Abwurfversuch.

Das Modell bildete Masse, aerodynamische Form und Fahrwerk des geplanten Raumfahrzeugs nach. Die Kampagne sollte die letzte Abstiegs- und Landephase prüfen. Ein Vorabbericht von AstronautiNEWS beschrieb einen geplanten Abwurf aus etwa 3.000 Metern Höhe am Testgelände Salto di Quirra. Der Versuch sollte keinen Wiedereintritt aus dem Orbit nachstellen.

Der Flächenfallschirm, auch Parafoil genannt, ist ein steuerbarer Schirm, der das Modell im Sinkflug zur Landung führen sollte. Laut dem Vorabbericht war er 10 Meter breit und 27 Meter lang und für das 2.950 Kilogramm schwere Space Rider ausgelegt. Diese Angaben beschreiben die geplante Konstruktion, nicht Messwerte des Oktober-Tests.

Der Mai-Versuch endete anders

Im Mai 2026 wurde ein Versuch während des Aufstiegs unter einem CH-47 Chinook abgebrochen. Das Testmodell wurde sicher geborgen. Beim Vorfall im Oktober ging es dagegen um eine Anomalie beim Öffnen des Flächenfallschirms während der Abwurfkampagne.

Frühere Abwurftests in den Jahren 2024 und 2025 nutzten Massensimulatoren. Für die spätere Systemkampagne kam ein maßstabsgetreues Modell mit der Form und dem Fahrwerk des Raumfahrzeugs zum Einsatz.

Gemeldetes Ziel für den Erstflug: das zweite Quartal 2028

European Spaceflight berichtete im Oktober 2026, dass sich das Ziel für den Erstflug von Space Rider vom ersten auf das zweite Quartal 2028 verschoben habe. Als geplante Trägerrakete nannte der Bericht eine Vega C mit einer verbesserten ersten Stufe vom Typ P160C. Der Start soll vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana erfolgen.