Die Kombination aus Thrustmaster Airbus Add-On Grip und Thrustmaster AVA Joystick Base liefert im Microsoft Flight Simulator 2024 mit dem Fenix A320 ein sehr präzises, Airbus-ähnliches Steuergefühl. Progressive Rückstellkraft und fein dosierbare kleine Eingaben sind die großen Stärken. Der Haken: Der Grip funktioniert nicht allein, die Standardkonfiguration kann wackeln – und die US-UVP für beide Teile liegt vor optionalem Zubehör bei 429,98 US-Dollar.

Was wird hier eigentlich getestet?

Der Airbus Add-On Grip ist ein separater Steuerknüppel. Er ist also kein kompletter Joystick, den du einfach per USB anschließt und losfliegst. Er benötigt eine kompatible Basis: die AVA Joystick Base, Sol-R oder Warthog MKII.

Die AVA Joystick Base übernimmt die Bewegungen auf X- und Y-Achse, während der Grip unter anderem die Z-Achse und einen integrierten Mini-Stick bereitstellt. Der Grip lässt sich außerdem zwischen einer A3XX-Konfiguration und einem A400M-Layout umbauen. Das dafür nötige Modul und eine Tastenabdeckung gehören zum Lieferumfang des Grips.

Damit ist das System etwas anderes als der ältere Thrustmaster TCA Sidestick Airbus Edition. Der TCA ist ein integrierter, günstigerer Einstieg mit eingebautem Schubregler. Die AVA-Kombination setzt dagegen auf eine separate, deutlich stärker konfigurierbare Mechanik.

Gefühl und Präzision im Simulator

Die überzeugendste Eigenschaft ist die progressive Rückstellkraft: Je weiter du den Knüppel aus der Mitte bewegst, desto deutlicher nimmt der Widerstand zu. Das macht kleine Korrekturen kontrollierbar, ohne größere Eingaben völlig kraftlos wirken zu lassen.

Mit den standardmäßig enthaltenen Jet-Cams zeigte die AVA Joystick Base im beschriebenen Test keinen auffälligen Druckpunkt in der Mitte. Die optionalen FBW-Cams erzeugten dagegen einen deutlich spürbareren Mittelwiderstand. Für ein möglichst gleichmäßiges Airbus-Gefühl waren deshalb die Jet-Cams die überzeugendere Wahl – nicht als allgemeingültige Regel, sondern für diese getestete Konfiguration.

Der Praxiseindruck war besonders bei kleinen Roll- und Nickbewegungen stark. Bei grundlegenden Manövern auf 5.000 Fuß ließ sich die gewünschte Steig- oder Sinkrate wiederholt auf ungefähr 100 Fuß pro Minute genau halten. Das ist eine Beobachtung aus diesem Simulator-Szenario, keine standardisierte Messgröße und keine Garantie für jede Maschine oder jedes Spiel.

Auch die anspruchsvolleren Abschnitte passten zum Charakter des Systems: Eine turbulente Anflugsequenz nach Las Vegas profitierte von der zunehmenden Rückstellkraft bei größeren Korrekturen. Bei einem gekrümmten RNAV-Visual-Anflug auf die Runway 1R des San Francisco International Airport ließ sich der Kursbogen präzise verfolgen und anschließend sauber auf die Pistenmittellinie ausrichten.

Konfiguration und technische Eckdaten

Die AVA Joystick Base ist für Bastler und Sim-Piloten interessant, die ihr Steuergefühl selbst abstimmen möchten. Austauschbare Cams, Federn und Auslenkungsmasken verändern Rückstellkraft und Bewegungsweg. Über Thrustmaster T.A.R.G.E.T lassen sich die Achsen zusätzlich per Software anpassen.

Beide Komponenten arbeiten mit Hall-Effekt-Sensoren und 16-Bit-Präzision. Beim Grip betrifft das die Drehachse und den integrierten Mini-Stick, bei der Basis die X- und Y-Achse. Die Drehachse des Grips lässt sich mechanisch sperren – praktisch, wenn die Seitenrudersteuerung anderweitig gelöst wird.

KomponenteAbmessungenGewichtSensorik und BedienelementeKompatibilität oder Anschluss
Thrustmaster Airbus Add-On Grip78 × 83 × 195 mm203 gHall-Effekt, 16 Bit; mechanisch sperrbare Z-Achse; integrierter Mini-StickAVA Joystick Base, Sol-R, Warthog MKII; A3XX- und A400M-Layout
Thrustmaster AVA Joystick Base108 × 170 × 72 mm1.069 gHall-Effekt auf X und Y, 16 Bit; austauschbare Cams, Federn und AuslenkungsmaskenAbnehmbares USB-C-auf-USB-A-Kabel; Windows 10/11, Microsoft Flight Simulator und X-Plane

Zum Lieferumfang der Basis gehören Aero- und Jet-Cams, weiche, mittlere und starke Federn sowie kleine, mittlere und XL-Auslenkungsmasken. Die AVA Base Plate, zusätzliche Dämpfer und die Dual Pitch Cam mit zwei FBW-Cams sind dagegen separate Teile.

Wackeln, Standfestigkeit und Zusatzteile

Die wichtigste Einschränkung liegt nicht bei den Sensoren, sondern in der Mechanik. In der Standardkonfiguration fehlt der AVA Joystick Base laut dem beschriebenen Praxistest Dämpfung: Schon eine Bewegung des Grips mit einem Finger konnte ein Wackeln auslösen.

Bei größeren Eingaben war die Basis ohne zusätzliche Befestigung außerdem nicht stabil genug für den Schreibtisch. Die optionale AVA Base Plate verbessert diese Standfestigkeit. Separat erhältliche Dämpfer zielen auf das gemeldete Wackeln. Beide Ergänzungen gehören nicht automatisch zum Grundpaket, und ihre Preise für den deutschen Markt sind hier nicht Bestandteil der Kaufkalkulation.

Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen „funktioniert“ und „fühlt sich im Alltag richtig gut an“. Die Elektronik macht einen hochwertigen Eindruck, aber wer den Knüppel kräftiger bewegt, sollte die mechanische Befestigung von Anfang an mitdenken.

Preis und Kaufentscheidung

Für den US-Markt sind 129,99 US-Dollar für den Airbus Add-On Grip und 299,99 US-Dollar für die AVA Joystick Base als UVP angegeben. Die Rechnung lautet: 129,99 + 299,99 = 429,98 US-Dollar. Dieser Betrag gilt für die beiden Grundkomponenten und enthält weder AVA Base Plate noch Dämpfer oder Dual Pitch Cam.

Für Deutschland führt ein Preisvergleich den Airbus Add-On Grip ab 94,99 Euro. Dieser Betrag betrifft ausschließlich den Grip – nicht die AVA Joystick Base und damit keinesfalls das komplette System.

ProduktAufbauSteuergefühlAirbus-KonfigurationPreiskontext
Thrustmaster Airbus Add-On Grip + AVA Joystick BaseSeparater Grip mit konfigurierbarer BasisProgressive Rückstellkraft; Jet-Cams im beschriebenen Test ohne auffälligen MittelwiderstandA3XX und A400M429,98 US-Dollar kombinierte US-UVP vor optionalem Zubehör
Thrustmaster TCA Sidestick Airbus EditionIntegrierter Sidestick mit eingebautem SchubreglerEher lineares Gefühl; Spannung nicht in gleichem Umfang anpassbarCaptain-, Copilot- oder zentrale Konfiguration über austauschbare BedienelementeHistorischer US-Startpreis des Sidesticks: 69,99 US-Dollar

Die Tabelle zeigt den Kern der Entscheidung: Der TCA ist der unkompliziertere und deutlich günstigere Einstieg. Die AVA-Kombination richtet sich an Sim-Piloten, die Airbus-ähnliche Ergonomie, feinere Eingaben und mechanische Anpassbarkeit höher bewerten als einen niedrigen Einstiegspreis.

Für wen lohnt sich die AVA-Kombination?

Wenn du hauptsächlich Airbus-Verkehrsflugzeuge im Simulator fliegst und das Steuergefühl über Cams, Federn und Auslenkungsmasken selbst abstimmen möchtest, ist die Kombination ausgesprochen interessant. Der Test mit dem Fenix A320 zeigt, dass kleine Korrekturen und progressive Widerstände einen klaren praktischen Nutzen haben können.

Für Einsteiger, Gelegenheitsspieler oder alle, die einfach einen funktionierenden Airbus-Sidestick mit Schubregler suchen, ist der TCA Sidestick die naheliegendere Alternative. Er verfolgt ein anderes Ziel: weniger modulare Feinabstimmung, dafür ein integriertes Gerät mit niedrigerem historischen Einstiegspreis.

Unterm Strich: Der Thrustmaster Airbus Add-On Grip mit AVA Joystick Base ist ein starkes Werkzeug für Airbus-orientierte Sim-Piloten, aber kein sorgenfreies Komplettpaket. Die präzise, progressive Steuerung überzeugt – sofern du den hohen Preis und die mögliche Nachrüstung für Dämpfung und Standfestigkeit einkalkulierst.