TSMCs Night-Owl-Programm sollte die Forschung und Entwicklung (F&E) an fortgeschrittenen Fertigungsprozessen durch Nachtarbeit beschleunigen. Nach sechs Monaten galt der Versuch laut TSMC-Co-COO Y.P. Chyn als gescheitert. Economic Daily News berichtete am 29. Oktober 2026 über Chyns Gespräch mit Studierenden.
Warum Night Owl nach sechs Monaten scheiterte
Night Owl sollte die F&E-Arbeit auf die Nacht ausweiten, um die Entwicklung fortgeschrittener Prozessgenerationen zu beschleunigen. Die zugrunde liegende Theorie stellte eine angestrebte Forschung rund um die Uhr den angenommenen acht Arbeitsstunden bei US-Wettbewerbern gegenüber. Dieser Vergleich war eine Prämisse des Vorhabens, keine Angabe zu deren tatsächlichen Arbeitszeiten.
Chyns Rückblick zufolge reichten längere Arbeitszeiten allein nicht aus, um den gewünschten Fortschritt zu erzielen. Forschung und Entwicklung beruhten auf Denken und Urteilsvermögen, nicht bloß auf zusätzlichen Arbeitsstunden. Nach sechs Monaten wurde das Programm als gescheitert eingestuft.
40 nm und der One-Team-Ansatz
Der Bericht verknüpfte Night Owl mit der 40-nm-Phase. Chyn beschrieb den 40-nm-Prozessknoten als organisatorischen Wendepunkt. Ein Prozessknoten bezeichnet eine Generation der Halbleiterfertigung.
Den One-Team-Ansatz beschrieb Chyn als gemeinsame Ziele und geteilte Verantwortung über Abteilungsgrenzen hinweg. Als Beispiele nannte er die frühere Beteiligung der Fertigung an der Prozessentwicklung und die gemeinsame Fehlersuche bei Prozessproblemen. Die Zusammenarbeit verband damit Forschung und Fertigung bereits während der Entwicklung, statt diese Aufgaben getrennt zu behandeln.
Chyn sprach mit Studierenden an der National Cheng Kung University im Rahmen der Veranstaltungsreihe „United 75, Smart Future“ der United Daily News Group. Economic Daily News veröffentlichte den Bericht über das Gespräch am 29. Oktober 2026.