Die Entwicklung von Grand Theft Auto VI hat laut Bloomberg bereits mehr als acht Jahre beansprucht und zwei Verzögerungen erlebt. In seinem am 14. Oktober 2026 veröffentlichten Bericht für Bloomberg beschreibt Matthew Vella eine Kette von Herausforderungen: Rockstar verkleinerte ein frühes, kontinentübergreifendes Konzept, zog Personal für Red Dead Redemption II ab und rang mit aufwendigen Design- und Produktionsentscheidungen.
Vom großen Konzept zur kleineren Spielwelt
2015 reisten Rob Nelson und weitere leitende Mitarbeiter für erste Recherchen nach Miami. Das frühe Konzept Project Americas sollte große Gebiete in Nord- und Südamerika umfassen. Rockstar konzentrierte den Umfang später auf Miami und die Umgebung.
Auch die Arbeit an Red Dead Redemption II wirkte sich auf den Zeitplan aus: Rockstar lenkte einen großen Teil der Belegschaft auf den Abschluss dieses Spiels. Das verschob die Arbeit an Grand Theft Auto VI laut Bloomberg um mehrere Jahre und trug dazu bei, dass das ursprüngliche Konzept kleiner ausfiel.
| Zeitpunkt | Berichteter Meilenstein |
| 2015 | Erste Recherchen in Miami; Project Americas sieht zunächst große Gebiete in Nord- und Südamerika vor. |
| 2018 | Red Dead Redemption II erscheint. Rockstar hat zu diesem Zeitpunkt 2.441 Beschäftigte. |
| Bis Ende 2019 | Die Grundzüge der Geschichte um Jason Duval und Lucia Caminos stehen fest. |
| 2022 | Die grobe Gestalt des Spiels ist erkennbar, während viele Designentscheidungen noch offen sind. |
Design, Pandemie und Produktionskapazität
Nach Führungswechseln, zu denen der Abgang von Mitgründer Dan Houser gehörte, teilten Rob Nelson, Phil Hooker und Aaron Garbut die Entwicklungsleitung. Einige Beschäftigte beklagten laut Bloomberg unentschlossene Entscheidungen und konkurrierende kreative Vorstellungen.
Das Team musste unter anderem festlegen, wie realistisch alltägliche Interaktionen wirken sollten. Zugleich entschied Rockstar, dass Jason und Lucia im offenen Spiel gemeinsam Aktivitäten unternehmen können sollten. Dafür waren komplexe KI-Systeme nötig. Als sich abzeichnete, dass die vorhandenen Kapazitäten die geplante Menge an Nichtspielercharakteren nicht bewältigen würden, baute Rockstar in Los Angeles ein Studio für deren Entwicklung und Produktion auf.
Die Pandemie unterbrach die Arbeit in Rockstars Studios für Performance-Capture-Aufnahmen und erschwerte laut Bloomberg Kommunikation und Personalplanung. Auch die Mitarbeiterzahlen veränderten sich deutlich: Rockstar wuchs von 2.441 Beschäftigten bei der Veröffentlichung von Red Dead Redemption II auf später 4.711 Mitarbeiter in zwölf Büros. Diese Zahlen beziehen sich auf Rockstar Games insgesamt.
Entwicklungskosten und Umsatzprognose
Rockstar hatte die Entwicklungskosten von Grand Theft Auto VI bis zu Matthew Vellas Bericht vom 14. Oktober 2026 nicht offengelegt. Jennifer Kolbe, Leiterin des Publishing-Bereichs bei Rockstar, wies das Gerücht zurück, das Spiel habe mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar gekostet.
Die oft genannte Marke von mehr als 3 Milliarden US-Dollar beschreibt laut Bloomberg eine Analystenprognose für den Umsatz in den ersten vier Monaten nach der Veröffentlichung. Die Prognose stammt von nicht namentlich genannten Analysten.
Entlassungen bei Rockstar
Bloomberg berichtete, Rockstar habe 2025 insgesamt 34 Beschäftigte entlassen; viele von ihnen seien an gewerkschaftlichen Organisierungsversuchen beteiligt gewesen. Das Unternehmen erklärte, die Beschäftigten hätten vertrauliche Informationen in Discord geteilt. Die Entlassenen bestritten diese Begründung.
Geplanter Start und Konsolen
Rockstars offizielle Produktseite führt den 19. November 2026 als geplanten Veröffentlichungstermin. GameSpot berichtet, dass PlayStation 5 und Xbox Series X|S zu den Startplattformen gehören.