ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher bezifferte Europas geplante Fähigkeit zur bemannten Raumfahrt in einem Euronews-Interview vom 11. Oktober 2026 auf rund 10 Milliarden Euro über zehn Jahre. Das Vorhaben müsste von den ESA-Mitgliedstaaten politisch gebilligt und finanziert werden. Euronews berichtete über das Gespräch.

Euronews-Interview „The Big Question“ mit ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher (auf Spanisch)

Welche Fähigkeit Europa entwickeln will

Aschbacher beschrieb ein bemanntes europäisches Raumfahrzeug und ein System, mit dem Astronauten geborgen und sicher zur Erde zurückgebracht werden könnten. Euronews zufolge ist das Ziel, eine eigene Fähigkeit für bemannte Raumflüge aufzubauen.

Zwei Schätzungen für zehn Jahre

Aschbacher stellte den Entwicklungskosten eine Schätzung für den fortgesetzten Kauf von Sitzplätzen und die Miete von Forschungsinfrastruktur gegenüber. Beide Beträge beziehen sich auf zehn Jahre und stammen aus demselben Euronews-Interview.

WegAschbachers SchätzungWas sie umfasst
Eine europäische Fähigkeit entwickelnRund 10 Milliarden Euro über zehn JahreEntwicklung eines bemannten Raumfahrzeugs und eines Systems zur Bergung und sicheren Rückkehr von Astronauten
Sitzplätze kaufen und Forschungsinfrastruktur mietenRund 5 Milliarden Euro über zehn JahreSitzplätze in US-Raumfahrzeugen sowie Forschungsanlagen auf kommerziellen Raumstationen

Der zweite Weg wäre nach diesen Schätzungen günstiger. Aschbacher begründete den höheren Ansatz für die Entwicklung damit, Ausgaben in Europa zu halten und die europäische Industrie sowie die Autonomie zu stärken. Euronews ordnete den Bedarf an Forschungsstationen in den erwarteten Ruhestand der Internationalen Raumstation (ISS) im Jahr 2032 ein; kommerzielle Stationen könnten ihr als Forschungsorte folgen.

Eigenständigkeit und internationale Zusammenarbeit

Aschbacher beschrieb europäische Eigenständigkeit nicht als Abschottung. Als mögliche Option nannte er Sitzplätze für Astronauten aus Japan, Australien oder anderen Ländern.