Auf seiner Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals im Geschäftsjahr 2027 meldete Microsoft am 28. Oktober 2026, dass die Zahl der täglichen Copilot-Nutzer gegenüber dem Vorquartal um fast 50 Prozent und im Jahresvergleich auf mehr als das Fünffache gestiegen sei. Auch die Zahl großer Unternehmenskunden und die Nutzung verbrauchsabhängiger Abrechnung nahmen laut Microsoft zu.
Was die Wachstumszahlen aussagen
Microsoft zufolge wuchs die Zahl der Kunden mit mehr als 50.000 Copilot-Sitzen im Jahresvergleich um mehr als das Achtfache. Der Wert beschreibt die Entwicklung der Kundenzahl in dieser Sitzplatzklasse, nicht die Zahl der täglich aktiven Nutzer.
Microsofts Adoptionsportal unterscheidet bei der Auswertung zwischen Aktivierung, aktiver Nutzung und Agentennutzung. Das sind verschiedene Nutzungsindikatoren. Die gemeldeten Wachstumsraten sind keine Produktivitätsmessung: Sie beziffern weder Zeitersparnis noch Ergebnisqualität oder finanziellen Ertrag.
Kunden nutzen häufiger verbrauchsabhängige Abrechnung
Die Zahl der Copilot-Kunden mit verbrauchsabhängiger Abrechnung stieg im Quartal um mehr als 75 Prozent. Diese Kennzahl beschreibt die Kundenzahl, nicht den Verbrauch an Credits.
Microsoft beschrieb die nutzungsabhängige Abrechnung für Agenten, die komplexere Aufgaben übernehmen, als Ergänzung zu Abonnements pro Nutzer. Nach Satya Nadellas Darstellung finanzieren IT-Abteilungen üblicherweise Abos für KI-Anwendungen im Alltag; für Agenten mit höherem geschäftlichem Nutzen könnten Fachbereiche zahlen. Finanzchefin Amy Hood rechnete damit, dass sich das Abrechnungsmodell außerhalb der Softwareentwicklung langsamer durchsetzt. Dafür müssten Vertriebsabläufe angepasst und Kunden mit dem Modell vertraut gemacht werden.
Eine separate Lizenzänderung soll ab dem 1. Dezember 2026 den Kauf von Microsoft 365 Copilot und Microsoft 365 Copilot Business auch ohne ein qualifizierendes Microsoft-365-Basisabo ermöglichen. Die geplante Änderung bei den Copilot-Angeboten ohne Basisabo betrifft die Lizenzvoraussetzung.
Die genannten Beispiele reichen von Handel bis Triebwerkswartung
Satya Nadella verwies auf mehrere geschäftliche KI-Anwendungen: Unilever automatisiert demnach die Erfassung von Bestellungen und die Bearbeitung von Streitfällen bei Verkaufsförderungsaktionen. Rolls-Royce setzt KI laut Nadella für die Wartungsplanung von Triebwerken sowie für Bestände und Lieferketten ein. Bei Raiffeisen Bank International komme KI in mehr als 20 Geschäftsprozessen zum Einsatz, darunter kreditbezogene Abläufe.
Volkswagen hatte angekündigt, Copilot bei mehr als 330.000 Beschäftigten einzuführen.