Waymo plant, Robotaxis in Austin und Atlanta ab Januar 2028 nicht mehr ausschließlich über Uber buchbar zu machen. Waymo-Co-Chefin Tekedra Mawakana sagte am 4. November, Fahrgäste sollten dann in beiden Städten auch direkt über die Waymo-App buchen können. Uber erklärte, Waymo-Fahrten weiter in seiner App anbieten zu wollen, solange beide Unternehmen zustimmen.
Warum Waymo direkte Buchungen plant
Mawakana begründete den Schritt mit Rückmeldungen von Fahrgästen. Eine Anfrage über Uber garantierte demnach keine Fahrt mit einem Waymo; es hing davon ab, ob ein Fahrzeug in der Nähe verfügbar war. Waymo hatte anfangs mit Uber zusammengearbeitet, weil das Unternehmen noch nicht die nötige Größe hatte.
Der geplante Zusatzweg soll Fahrgästen eine direkte Buchung bei Waymo ermöglichen; Uber könnte Waymo-Fahrten weiterhin vermitteln, wenn beide Unternehmen zustimmen.
Uber will Fahrten weiter in seiner App anbieten
Das Ende der Exklusivität bedeutet nicht automatisch das Ende aller Buchungen über Uber. Das Unternehmen erklärte, Waymo-Fahrten weiter in seiner App anbieten zu wollen, solange beide Seiten zustimmen. Damit könnten Fahrgäste in Austin und Atlanta neben Waymos eigener App weiterhin Uber nutzen, sofern die Vereinbarung bestehen bleibt.
Was Ubers Robotaxi-Zahlen aussagen
Uber zufolge kamen seine US-Partner für autonome Fahrzeuge im Durchschnitt auf rund 30 Prozent mehr Fahrten je Fahrzeug und Tag als Ubers eigene autonome Einsätze landesweit. Für neuere eigene Einsätze, die 2026 gestartet waren, bezeichnete Uber den Abstand als deutlich größer. Diese Angaben machte das Unternehmen in seinen Quartalsbemerkungen für das dritte Quartal 2026.
Die rund 23 Prozent aus Ubers Beispiel beziehen sich auf die Fixkosten je Fahrt: Steigt die Zahl bezahlter Fahrten pro Fahrzeug um 30 Prozent und bleiben die Fixkosten gleich, verteilen sie sich auf 1,3-mal so viele Fahrten. Die Fixkosten je Fahrt sinken dann rechnerisch um etwa 23 Prozent (1 − 1 ÷ 1,3 ≈ 0,23). Uber führt mögliche Kostenvorteile außerdem auf Zugang zu Nachfrage und gemeinsam genutzte Lade-, Wartungs- und Flottenabläufe zurück.
Wie Uber Robotaxis für die Grundnachfrage und Fahrer für Spitzenzeiten einplanen will, behandeln wir in einem früheren Beitrag zum Einsatzmodell.
Uber prognostizierte rund 700 vollständig fahrerlose Fahrzeuge auf seiner Plattform bis Ende 2026 und mehr als 2.000 bis Ende 2027. Von der Zahl für 2027 solle etwa die Hälfte auf die USA und die andere Hälfte auf internationale Märkte entfallen. Uber-CEO Dara Khosrowshahi sagte zudem, das Unternehmen wolle seine Plattform offen halten, Kapital, Integration und Unterstützung beim Einsatz aber auf eine kleinere Gruppe von Partnern konzentrieren.