Walmart kündigte am 21. Oktober 2026 Agent Profiles und den Walmart Agent Gateway an. Kundinnen und Kunden sollen damit einzelne Einkaufsagenten freischalten, Kaufregeln festlegen und deren Bestellungen getrennt einsehen können. Walmart plante den Start der Profile für den Folgemonat; der Gateway soll zunächst als Beta für Unternehmen und Entwickler beginnen.
Welche Kaufregeln Kunden festlegen sollen
Walmart plant für jeden autorisierten Agenten ein eigenes Profil im Kundenkonto. Darin sollen dessen Einkäufe getrennt von den übrigen Bestellungen erscheinen. Kundinnen und Kunden können laut Walmart standardmäßig jeden Kauf einzeln freigeben oder ein Ausgabenlimit setzen. Walmart kann zusätzliche Freigaben verlangen, auch wenn ein Kauf innerhalb des Limits liegt.
| Kontrolle | Was Walmart dafür angekündigt hat |
| Eigenes Agentenprofil | Einkäufe eines autorisierten Agenten sollen getrennt von den übrigen Käufen im Konto sichtbar sein. |
| Kaufgenehmigung | Kunden können jeden Kauf einzeln freigeben oder einen Ausgabenrahmen festlegen. |
| Zusätzliche Freigabe | Walmart kann auch bei einem Kauf innerhalb des Limits eine weitere Genehmigung verlangen. |
| Zugriff beenden | Kunden können ein Agentenprofil jederzeit löschen. |
| Regelverstöße | Agenten, die Walmarts Bedingungen verletzen, können von der Plattform ausgeschlossen werden. |
Ein Ausgabenlimit ist damit keine Garantie, dass jeder Kauf darunter automatisch durchgeht. Walmart behält sich zusätzliche Freigaben vor. Das Unternehmen sagt außerdem, dass sein Rückgabeverfahren auch gilt, wenn ein Agent nicht wie beabsichtigt handelt.
Welche Daten der Agent laut Walmart nutzen darf
Walmart zufolge dürfen Agenten nur auf Informationen zugreifen, die für die jeweilige Aufgabe nötig und vom Kunden erlaubt sind. Der Gateway soll einem Agenten helfen, regelmäßig gekaufte Artikel zu finden, ohne die umfassendere Einkaufshistorie des Kunden weiterzugeben. Agenten sollen weder Zahlungsdaten von Karten erhalten noch Zahlungsmethoden hinzufügen oder ändern können.
Für Datenschutz gelten dabei zwei Zuständigkeiten: Die Datenschutzrichtlinie des Agentenanbieters regelt laut Walmart die Informationen, die Kunden mit dessen App teilen. Walmart verarbeitet die vom Agenten übermittelten Informationen nach dem eigenen Datenschutzhinweis.
Wie Profile und Gateway starten sollen
Walmart zufolge soll beim ersten Einkauf über einen Agenten, der den Gateway nutzt, automatisch ein Agentenprofil entstehen. Kunden sollen das Profil anschließend durch die Anmeldung bei ihrem Walmart-Konto autorisieren und verknüpfen können.
Walmart beschrieb den Gateway als schnelleren und zuverlässigeren Zugang für Agenten als die für Menschen ausgelegte Website. Die Verbindung soll MCP nutzen, das Walmart in seiner Ankündigung als „model text protocol“ bezeichnet. Ein Starttermin für die Beta wurde nicht genannt. Die Ankündigung beschreibt damit einen geplanten, stufenweisen Einstieg, keinen allgemein verfügbaren Dienst.
Die Ankündigung von Walmart zu Agent Profiles und Agent Gateway enthält auch die Bedingungen für Agenten. Walmart sagt darin, dass Kundinnen und Kunden ein Profil jederzeit löschen können und die Rückgaberegeln des Unternehmens weiterhin gelten.
Was der gemeldete Fall bei Amazon bedeutet
Axios berichtete am 21. Oktober, Amazon habe Meta Muse daran gehindert, auf Amazon zu stöbern und dort einzukaufen. Amazon begründete die Maßnahme dem Bericht zufolge damit, dass Muse nicht zum Zugriff auf Kundenkonten, zum Auslesen von Daten oder zur Abwicklung von Transaktionen autorisiert gewesen sei. Das Unternehmen verwies außerdem auf Sicherheits- und Nutzererfahrungsbedenken. Der berichtete Fall betrifft Muse; er beschreibt keine allgemeine Sperre sämtlicher externer Einkaufsagenten.
Unsere frühere Berichterstattung zu Muse und Amazons gemeldeter Zugriffssperre behandelt den konkreten Fall ausführlicher.